https://www.faz.net/-gum-7b29m

Erweiterte Ultraschalluntersuchung : Mehr Vorsorge für das ungeborene Kind

Nur ein Kompromiss? Die neue Regelung für die Ultraschalluntersuchung Bild: dpa

Seit dem 1. Juli haben alle Schwangeren in Deutschland Anspruch auf eine erweiterte Ultraschalluntersuchung. Frauenärzte müssen nun noch genauer hinschauen. Doch jede Frau behält ein Recht auf Nichtwissen.

          Es sind kleine Schwarzweißbilder, die mit Stolz präsentiert werden, obwohl für Laien darauf meist noch gar nicht viel zu erkennen ist: die ersten Ultraschallbilder des Nachwuchses.

          Lucia Schmidt

          Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Bis vor kurzem boten Gynäkologen Frauen während der Schwangerschaft drei Ultraschalluntersuchungen - auch als Basis-Ultraschall bezeichnet - an, eine um die zehnte, eine um die zwanzigste und eine um die dreißigste Woche. Seit dem 1. Juli haben alle werdenden Mütter zwischen der 19. und 22. Schwangerschaftswoche nun Anspruch auf einen „erweiterten Basis-Ultraschall“, der von der Krankenkasse gezahlt wird.

          Im Basis-Ultraschall vermessen Frauenärzte beim Screening um die 20. Woche nur die Größe von Kopf, Bauch und Oberschenkeln. Außerdem suchen sie nach Auffälligkeiten an der Plazenta oder bei der Fruchtwasserbildung. Am Herzen wird kontrolliert, ob es überhaupt schlägt. Organe werden im Detail nicht betrachtet.

          Bislang nur Anspruch bei Auffälligkeiten

          Mit der „erweiterten Ultraschalluntersuchung“ müssen Frauenärzte nun genauer hinschauen. Nach einer Checkliste sollen sie Fragen abhaken, deren Antworten im Mutterpass notiert werden: Sind Kopf und Hirnkammern normal geformt? Ist das Kleinhirn sichtbar? Sind Rücken und Hals gut ausgebildet? Herz und Brustkorb im richtigen Größenverhältnis? Sind Magen und Harnblase zu sehen? Sind die vier Kammern des Herzens ausgebildet?

          Über diese Neuregelung in der Schwangerschaftsvorsorge werden Frauen mit einem Merkblatt informiert, das sie seit dieser Woche von ihrem Gynäkologen erhalten. Mit der Änderung will man allen werdenden Müttern anbieten, ihr ungeborenes Kind umfangreicher als bisher auf Fehlbildungen untersuchen zu lassen. Bis Anfang des Monats erhielten nur Frauen, bei denen während des Basis-Ultraschalls Auffälligkeiten entdeckt wurden, eine genauere Untersuchung.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Trump und die Nato : In Putins Interesse?

          Donald Trump soll einen Nato-Austritt der Vereinigten Staaten erwogen und Aufzeichnungen von Gesprächen mit Putin verhindert haben. Kritiker sehen das als Indiz für Nähe zu Russland – aber Trump hat auch andere Gründe.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.