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Ebola-Epidemie : Erster Ebola-Fall in den Vereinigten Staaten

  • Aktualisiert am

Auf einer Isolierstation des Texas Health Presbyterian Hospital in Dallas wird der Ebola-Patient behandelt. Bild: AP

Erstmals ist in Amerika Ebola diagnostiziert worden. Der Patient, der sich im westafrikanischen Staat Liberia infiziert haben soll, wird in einem Krankenhaus in Texas behandelt.

          In den Vereinigten Staaten ist erstmals ein Fall von Ebola nachgewiesen worden. Der Betroffene habe sechs Tage nach seinem Rückflug aus Liberia einen amerikanischen Arzt aufgesucht, teilten die Zentren für Seuchenkontrolle (CDC) am Dienstag mit. Es sei nicht auszuschließen, dass der Patient während dieser Zeit andere Menschen angesteckt haben könnte, sagte CDC-Leiter Thomas Frieden: „Jemand, der mit dieser Person Kontakt hatte, könnte sicherlich in den kommenden Wochen an Ebola erkranken.“ Die anderen Flugpassagiere seien vermutlich nicht in Gefahr. Frieden zeigte sich zuversichtlich, dass man die Verbreitung der Seuche in den Vereinigten Staaten unterbinden werde.

          Den texanischen Gesundheitsbehörden zufolge wird der Patient inzwischen auf einer Isolierstation in Dallas behandelt. Das Texas Health Presbyterian Krankenhaus in Dallas hatte zuvor bereits bekanntgegeben, dass es einen Patienten auf einer Isolationsstation untersuche, bei dem der Verdacht auf Ebola bestehe.

          Edward Goodman, Arzt im Krankenhaus von Dallas, bestätigt den ersten Ebola-Fall in Amerika.

          Das Präsidialamt in Washington teilte mit, Frieden habe Barack Obama über den Vorfall informiert. Es ist das erste Mal, dass die Seuche in Amerika nachgewiesen wurde. Bislang waren alle Ebola-Kranke gezielt eingeflogen worden, damit sie von amerikanischen Spezialisten behandelt werden konnten.

          Dem Ebola-Ausbruch in Westafrika sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bereits mehr als 3000 Menschen zum Opfer gefallen. Die Zahl der Infizierten stieg auf mehr als 6500. Die WHO rechnet aber mit einer hohen Dunkelziffer. Liberia ist das von der Ebola-Epidemie am stärksten betroffene Land.

          Schnellere Hilfe gefordert

          Politiker mahnen unterdessen eine schnellere Hilfe für die Ebola-Länder in Westafrika an. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) kritisierte die schleppende europäische Unterstützung: „Wir sind da in Europa nicht schlagkräftig und schnell genug. Ich würde mir wünschen, dass wir schneller wären.“ Bei derartigen Katastrophen sei eine bessere Abstimmung auf europäischer Ebene notwendig, sagte Merkel der „Allgemeinen Zeitung“ (Mainz). Auch Liberias Handelsminister Axel Addy forderte zu mehr Eile auf. „So sehr wir Hilfe aus dem Ausland schätzen, sie muss schneller bei uns ankommen“, sagte Addy bei den Vereinten Nationen in Genf.

          Das Texas Health Presbyterian Krankenhaus in Dallas

          Seinen Angaben zufolge ist inzwischen auch die Versorgung mit Grundnahrungsmitteln gefährdet. Die Vorräte an Reis, dem Hauptnahrungsmittel in Liberia, drohten Ende November auszugehen. Verhandlungen über neue Importe gestalteten sich schwierig. Der Transport sei ein weiteres Problem: Von bisher elf Fluggesellschaften fliegen nur noch zwei die Hauptstadt Monrovia an. Liberia ist am schwersten von der Epidemie betroffen.

          Aus UN-Kreisen hört man inzwischen auch selbstkritische Töne: Man habe die Ebola-Krise anfangs womöglich unterschätzt. „Ein Element, das wir wohl nicht richtig beurteilt hatten, war die Geschwindigkeit, mit der sich diese Epidemie ausbreiten würde“, räumte die Vizedirektorin des Welternährungsprogramms (WFP), Elisabeth Rasmusson, ein. Die Norwegerin will in den kommenden Tagen mit Vertretern der Bundesregierung über zusätzliche Hilfe für die Menschen in Guinea, Sierra Leone und Liberia sprechen.

          Thomas Frieden, Leiter der amerikanischen Seuchenkontrolle, glaubt, dass man die Verbreitung von Ebola in den Vereinigten Staaten unterbinden werde.

          Luftbrücke zwischen Dakar und Monrovia

          Rasmusson erklärte, die Verteilung von Lebensmitteln in Quarantäne-Vierteln und Krankenstationen sei wichtig, um zu verhindern, dass sich die Menschen von dort in andere Gebiete aufmachten, um Nahrung zu suchen. Sie habe den Eindruck, dass die internationale Hilfe nach einer Verzögerung in der Anfangsphase jetzt auf Touren gekommen sei, erklärte Rasmusson.

          Die vor einer Woche geschaffene UN-Sondermission zur Bekämpfung der Ebola-Epidemie (UNMEER) hatte am Montag ihr Hauptquartier in Ghanas Metropole Accra eröffnet. Regionale Büros zur Koordinierung von Hilfsoperationen sollten in den nächsten Tagen die Arbeit aufnehmen, teilte ein UN-Sprecher mit.

          Die Bundeswehr bemüht sich aktuell, eine Luftbrücke zwischen Dakar und Monrovia aufzubauen. Dabei kommt es allerdings wegen defekter Flugzeuge zu Verzögerungen.

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