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Ernährung : Ein Verein gegen das Übergewicht

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Bild: F.A.Z.

Der Verein, dem Regierung, Lebensmittelwirtschaft, Gewerkschaften, Medizin und Sport angehören, soll Maßnahmen zur Bekämpfung des Übergewichts koordinieren.

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          In der Debatte um die große Zahl übergewichtiger Kinder und Jugendlicher hat die Bundesregierung eine „Plattform Ernährung und Bewegung“ geschaffen. „Das Problem ist so groß, daß wir es nicht ignorieren können“, sagte Verbraucherschutzministerin Renate Künast (Grüne) auf dem Gründungskongreß in Berlin. Der Verein, dem Regierung, Lebensmittelwirtschaft, Gewerkschaften, Medizin und Sport angehören, soll Maßnahmen zur Bekämpfung des Übergewichts koordinieren.

          „Die gesundheitlichen, finanziellen und gesellschaftlichen Folgen von Fehlernährung und mangelnder Bewegung sind enorm“, sagte Künast. „Es gibt hier nicht nur eine Antwort und erst recht keine, die man in Gesetze fassen könnte“, sagte sie und begründete so ihre Initiative zur Gründung des Vereins. Vorsitzender des Vereins wurde der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinderheilkunde und Jugendmedizin, Erik Harms. Harms wies darauf hin, daß zehn bis 18 Prozent der Kinder und Jugendlichen in der Bundesrepublik übergewichtig seien. Ursache sei „schlicht und einfach“ kalorienreiches Essen und Trinken bei mangelnder körperlicher Aktivität. „Rund vier Stunden verbringen viele übergewichtige Kinder täglich vor dem Fernseher“, sagte Harms.

          Weniger als 50 Prozent aller Kinder nehmen klassische Mahlzeiten ein

          Der Vorstandschef des Bundesverbands der Innungskrankenkassen, Rolf Stuppardt, berichtete, daß eine Studie aus den neunziger Jahren für die alten Bundesländer zu dem Ergebnis gekommen sei, „daß nahezu ein Drittel aller Gesundheitsausgaben durch ernährungsbedingte und -abhängige Krankheiten verursacht wird“. Auch wenn aktuelle Angaben für Gesamtdeutschland noch nicht vorlägen, sei „unstrittig, daß das Übergewicht zu einer ernstzunehmenden Gefahr für die Finanzierbarkeit der medizinischen Versorgung geworden ist“, sagte Stuppardt. Künast wies darauf hin, daß vor allem Kinder aus sozial schwächeren Familien und aus Einwandererfamilien übergewichtig seien.

          Deswegen sei der Einsatz für gesündere Ernährung und mehr Bewegung für sie auch „ein Gerechtigkeitsthema“, sagte die Ministerin. Vereinsvorsitzender Harms betonte, daß auch die Familien Verantwortung für gesunde Ernährung haben. Kinder müßten das Essen ebenso lernen wie auch alles andere. Doch: „Weniger als 50 Prozent aller Kinder nehmen überhaupt noch klassische Mahlzeiten ein, zu Hause, am Tisch sitzend, gemeinsam mit der Familie“, sagte er. Künast gab an, als Kind habe sie es geliebt, Möhren und Kohlrabi aus dem Garten zu essen. Süßigkeiten hat sie aber auch genascht. „Ich war auch scharf auf den Augenblick, an dem es die Schokoladenstück-Zuteilung gab“, gestand die Ministerin.

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