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Epidemie : Marburg-Virus außer Kontrolle

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Marburg-Epidemie: Ärzte im Hospital von Uige können nicht viel tun Bild: AP

Mehr als 200 Menschen sind in Angola bereits dem gefährlichen Marburg-Virus erlegen. Mehr als 90 Prozent der Infizierten sind damit auch gestorben. Nie zuvor ist eine Ebola-Ausbruch schlimmer verlaufen.

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          An dem seit Oktober vergangenen Jahres in Angola wütenden Marburg-Virus sind von insgesamt 218 Infizierten bislang 203 Personen gestorben. Damit ist eine Mortalitätsrate erreicht, die nach Ansicht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) „schlimmer ist als bei allen bekannten Ebola-Ausbrüchen“.

          Die Mortalität bei Ebola-Epidemien habe in der Vergangenheit zwischen 50 und 90 Prozent aller Infizierten gelegen, das Marburg-Virus indes habe jetzt schon die Neunzig-Prozent-Marke überschritten. Zudem, so die WHO, sei der Höhepunkt der Epidemie noch nicht erreicht. Nach Schätzungen der WHO ist frühestens in vier bis sechs Wochen mit einem Abklingen der Seuche zu rechnen.

          „Die schlimmste Fieberepidemie, die es je gab“

          Das in der nordwestlichen angolanischen Region Uige ausgebrochene Virus wurde mittlerweile in sieben der insgesamt 18 Provinzen des Landes festgestellt. Selbst in der Hauptstadt Luanda wurden Marburg-Infizierte entdeckt. Allein in Uige starben bislang 180 Personen an der Virus-Erkrankung, unter ihnen neun Helfer. „Das ist die schlimmste Fieberepidemie, die es je gab“, sagte der Regionalchef der Vereinten Nationen für Angola, Pierre-Francois Pirlot. Die Vereinten Nationen appellierten an die Gebernationen, 3,5 Millionen Dollar für die Bekämpfung der Seuche aufzubringen. Das Geld solle vor allem in die Ausrüstung der Helfer investiert werden.

          Die Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“ forderte die angolanische Regierung unterdessen auf, das Regionalkrankenhaus von Uige sofort zu schließen. „Das Krankenhaus ist der eigentliche Infektionsherd“, sagte eine MSF-Sprecherin in Uige, „und wir müssen dieses Glied der Kette entfernen.“ Die in Uige tätigen WHO-Fachleute scheinen diese Meinung zu teilen, wollen sich vorläufig aber nicht äußern. Zudem stoßen die Hilfskräfte in Uige bei der Identifizierung von neu Infizierten zunehmend auf Schwierigkeiten. Viele Familien melden ihre Kranken erst gar nicht oder reden sich ein, die Krankheit sei alles mögliche, nur eben nicht das Marburg-Virus. Normalerweise müssen Personen, die Kontakt mit einem Infizierten hatten, 21 Tage lang isoliert und beobachtet werden, bevor eine Infektion ausgeschlossen werden kann. In Uige aber fliehen die Menschen aus der Stadt, sobald sie ihre Toten bestattet haben. Dabei ist die Infektionsrate wegen der afrikanischen Tradition der Totenbestattung, die mit vielerlei Körperkontakt zum Toten verbunden ist, extrem hoch.

          Ärzte mit Steinen beworfen

          Das Marburg-Virus überträgt sich über alle Körperflüssigkeiten, von Blut und Urin über Speichel und Schweiß bis selbst zu Tränen. Zudem trägt das gespentisch anmutende Auftreten der Helfer in ihren astronautenartigen Schutzanzügen nicht gerade dazu bei, das Vertrauen der dem Aberglauben anhängenden Menschen in der Region zu gewinnen. In zumindest einem Fall waren die Ärzte mit einem Steinehagel empfangen worden. Unlängst war der Leiter des Krankenhauses von Uige von der Bevölkerung beschuldigt worden, die Stadt "verhext" zu haben.

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