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Ehec-Krise : Sprossen könnten Ursache sein

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Sprossen aus Niedersachsen könnten die Epidemie ausgelöst haben Bild:

Sprossen aus Niedersachsen könnten eine Ursache für den Ausbruch der schweren Ehec-Epidemie in Norddeutschland sein. Das niedersächsische Landwirtschaftministerium empfiehlt, derzeit auf den Verzehr von Sprossen zu verzichten. Die Zahl der Todesfälle infolge einer Ehec-Infektion stieg auf 21.

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          Sprossen-Gemüse aus Niedersachsen ist offensichtlich eine Ursache für den schweren Ausbruch der Ehec-Seuche in Deutschland. Die Ware stammt aus einem inzwischen geschlossenen Betrieb in Bienenbüttel im Kreis Uelzen, wie das niedersächsische Landwirtschaftsministerium am Sonntag mitteilte. Unklar blieb, ob noch Ehec-verseuchte Ware im Handel ist: 18 Sprossenmischungen seien verdächtig. Einige der Sprossensamen stammten aus dem Ausland; Länder wurden nicht genannt.

          Es gebe zwar noch keinen definitiven Beweis. „Die Indizienlage ist jedoch so eindeutig, dass das Ministerium empfiehlt, derzeit auf den Verzehr von Sprossen zu verzichten.“ Mit gesicherten Erkenntnissen sei an diesem Montag zu rechnen, sagte Landwirtschaftsminister Gert Lindemann (CDU). Sprossen waren vor Jahren in Asien und 1997 in den Vereinigten Staaten (siehe: Sprossen als Ehec-Quelle, das gab es schon einmal) Ursache für eine schwere Ehec-Epidemie. Die Sprossen seien direkt oder über Zwischenhändler geliefert worden. Die Behörden machten Abnehmer in Klein Meckelsen im Kreis Rotenburg (Niedersachsen), Lübeck, im Kreis Lüneburg und Bochum aus.

          Die Zahl der Todesfälle infolge einer Ehec-Infektion stieg am Wochenende nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) auf 21. Bundesweit sind inzwischen 1526 Ehec-Fälle bekannt, bei 627 Patienten wurde das gefährliche hämolytisch-urämische Syndrom (Hus) diagnostiziert. Zahlreiche Patienten schwebten in Lebensgefahr. Bundesweit stieg die Zahl der Ehec-Infektionen am Wochenende weiter - allerdings etwas langsamer als zuvor, wie etwa die Behörden der schwer betroffenen Länder Hamburg und Niedersachsen mitteilten.

          Bild: dpa

          Einige Sprossenmischungen, die als Ehec-Quelle im Verdacht stehen, kommen auch aus dem Ausland. Aus welchem Land genau Sprossenkeimlinge nach Niedersachsen importiert wurden, sagte Lindemann nicht. „Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass die mit dem Ehec-Erreger kontaminierte Ware bereits vollständig verarbeitet und verkauft wurde“, teilte das Ministerium in Hannover weiter mit.

          Nach Angaben Landwirtschaftsminister Gert Lindemann erkrankte eine Mitarbeiterin aus dem betroffenen Betrieb an Ehec. „Das ist für uns die plausibelste Erkrankungsursache“, sagte er und nahm den Betrieb in Schutz. „Wir können nicht erkennen, dass der Betriebsinhaber ein Verschulden an der Entwicklung trägt.“

          Kliniken in Norddeutschland arbeiten angesichts der Ehec-Fälle am Rande ihrer Möglichkeiten. Das sagte Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) der „Bild am Sonntag“. In der Versorgung gebe es Engpässe. Fehlende Kapazitäten etwa in Hamburg und Bremen könnten bisher von umliegenden Krankenhäuser bereitgestellt werden.

          Die Erkenntnisse aus Hannover passen zu den Erkrankungsfällen in Lübeck, wo sich bis zu 17 Patienten in einem Restaurant angesteckt haben könnten. Der Wirt des Restaurants erwartet an diesem Montag noch ausstehende Befunde. Joachim Berger sagte, er habe Stuhlproben seiner Mitarbeiter, die in der Küche arbeiten, testen lassen. Bei Untersuchungen seiner Gaststätte sei nichts gefunden worden. Offizielle Angaben etwa vom zuständigen RKI gab es zunächst nicht.

          Angesichts wachsender Kritik an Instituten, Behörden und Politik treffen sich in der kommenden Woche Bundes- und Landesminister. Vertreten sind unter anderen Bahr, Verbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) sowie die Ehec-betroffen Länder. EU-Gesundheitskommissar John Dalli bot an, Experten nach Deutschland zu schicken. Außerdem soll eine Ehec-Internetplattform rasch auf die Beine gestellt werden, über die Behörden gezielt Informationen austauschen können. Unter anderem sollen zudem Hinweise auf Behandlungsformen vom RKI ins Englische übersetzt und den EU-Staaten bereitgestellt werden.

          Für die Hamburger Gesundheitsbehörden droht ein juristisches Nachspiel der Gurken-Warnung: Der erste spanische Obst- und Gemüsehändler will möglichst bald vor Gericht ziehen, wie Rechtsanwältin Sabine Pellens ankündigte. Sie vertritt die Firma Frunet, einen großen Öko-Produzenten und Händler in der Provinz Málaga.

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