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Vereinigte Staaten : Ebola-Patient in Texas gestorben, 80 Personen in Quarantäne

  • Aktualisiert am

Die Ärzte konnten sein Leben nicht mehr retten: Thomas Eric Duncan starb im texanischen Krankenhaus. Bild: AP

Der mit dem Ebola-Virus infizierte Liberianer, der nach Nordamerika eingereist war, ist in einem Krankenhaus in Texas verstorben. Die Vereinigten Staaten verschärfen nun die Kontrollen für Einreisende aus Westafrika. 

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          In einer Klinik in Dallas ist am Mittwochmorgen der mit dem Ebola-Virus infizierte Liberianer Thomas Eric Duncan im Alter von 42 Jahren gestorben. Fast 80 Menschen, die Duncan nach seiner Einreise aus Monrovia am 20. September getroffen hatten oder näher mit solchen Personen zu tun hatten, stehen in der texanischen Großstadt unter Beobachtung, um eine Ausbreitung des Virus in Nordamerika zu vermeiden. Bislang gibt es offenbar keine Anzeichen für eine Ansteckung.

          Duncan starb auf der Isolierstation derselben Klinik, die ihn fünf Tage nach seiner Einreise zunächst trotz leichten Fiebers nach Hause geschickt hatte. Obwohl er erwähnte, dass er soeben aus Westafrika gekommen sei, wurde er nicht als Risikopatient behandelt. Die Ärzte verabreichten Duncan zuletzt auch den antiviralen Wirkstoff Brincidofovir, der sich noch in der Erprobung befindet und von den amerikanischen Behörden nur für Notfälle zugelassen worden ist. Nach der Nachricht des Todes verschärften die Vereinigten Staaten die Kontrollen für Reisende aus Westafrika. Nach einem Bericht der New York Times sind die Flughäfen JFK, Newark, Washington, Atlanta und Chicago betroffen.

          Madrid: Sechs Personen unter Quarantäne

          Der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy hat unterdessen am Mittwoch mit Blick auf die Ebola-Fälle in Spanien die Bevölkerung aufgefordert, „aufmerksam, aber ruhig“ zu bleiben. Im Parlament wurden derweil Vorwürfe gegen Gesundheitsministerin Ana Mato wegen „Unfähigkeit“ laut. Außer der Pflegehelferin Teresa Romero, bei der eine Infektion mit dem Virus nachgewiesen wurde, sind nun fünf weitere Personen, unter ihnen ihr Mann, in dem gleichen Madrider Krankenhaus unter Infektionsverdacht in Quarantäne. Die Frau sagte einer spanischen Zeitung am Telefon, dass sie „keine Ahnung“ habe, wie sie sich infiziert haben könnte. Fachleute vermuten, dies könnte beim Wechseln eines Schutzanzugs geschehen sein. Sie gab an, dass sie sich „etwas besser“ fühle und das Fieber zurückgegangen sei.

          Trotz Protesten von Tierschützern ist der Hund der erkrankten Spanierin eingeschläfert worden. „Wir hatten leider keine andere Wahl“, sagte der Gesundheitsminister der Madrider Regionalregierung. Excálibur hielt sich zuvor, mit Wasser und Essen versorgt, allein in der verschlossenen Wohnung auf, die jetzt desinfiziert werden soll. Der Ehemann hatte über verschiedene soziale Netzwerke Tierschutzorganisationen mobilisiert. Ein Virologe setzte sich auch dafür ein, den Hund nicht zu „opfern“, sondern für Testzwecke zu untersuchen. Vor dem Haus kam es am Mittwoch zu Konfrontationen zwischen der Polizei und einer Gruppe von Tierschutzaktivisten.

          Leipzig: Aufnahme eines Ebola-Patienten

          Bislang gibt es keine schlüssigen Hinweise auf eine Übertragung des Ebola-Virus von Tieren auf Menschen. Eine ältere Studie in Gabun aus dem Jahr 2001 ergab, dass Hunde, die etwa Kadaver anderer Tiere gefressen hatten, sich infizierten, ohne allerdings Krankheitssymptome wie Fieber zu zeigen.

          Unterdessen wurde bekannt, dass das Leipziger Klinikum St. Georg einen Ebola-Patienten aufnehmen soll. Der UN-Mitarbeiter solle an diesem Donnerstagmorgen aus Liberia eingeflogen werden, sagte der Sprecher des sächsischen Sozialministeriums am Mittwoch. Er bestätigte damit Informationen der „Leipziger Volkszeitung“. Der Erkrankte ist der dritte Ebola-Infizierte, der in Deutschland behandelt wird.

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