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Ebola-Patient in Frankfurt : Erkrankter Arzt in sehr ernstem Zustand

  • -Aktualisiert am

Uniklinik Frankfurt ist die Versorgung des Patienten „bestens gerüstet“ Bild: dpa

Der Ebola-Patient in der Frankfurter Uniklinik ist ein Arzt aus Uganda, der sich bei seiner Arbeit für eine Hilfsorganisation in Sierra Leone angesteckt hatte. Sein Zustand wird als „sehr ernst, aber stabil“ beschrieben.

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          Mit einem Ambulanzflug ist ein an Ebola erkrankter Arzt in der Nacht zu diesem Freitag von Sierra Leone nach Deutschland transportiert worden. Der aus Uganda stammende Mann, der für eine italienische Hilfsorganisation arbeitet, hatte sich in Sierra Leone bei der Behandlung von Ebola-Patienten angesteckt.

          Timo Frasch

          Politischer Korrespondent in München.

          Das Flugzeug landete ohne weitere Passagiere an Bord am Freitag in den frühen Morgenstunden auf dem Frankfurter Flughafen. Innerhalb von 30 Minuten gelang es unter strengen Sicherheitsvorkehrungen, den Patienten in ein Spezialfahrzeug zu verbringen, mit dem er dann, begleitet von zahlreichen Feuerwehr- und Polizeiwagen, zur Isolierstation der Frankfurter Universitätsklinik transportiert wurde.

          Der Patient ist in sehr ernstem Zustand, aber zumindest bis jetzt in diesem Zustand stabil“, sagte Oberarzt Timo Wolf am Freitag in Frankfurt. Es bestehe die „durchaus berechtigte Hoffnung, dass der Patient diese Erkrankung gut überstehen kann“. Man müsse die nächsten Tage abwarten.

          Dass der Patient in Frankfurt behandelt wird, erklärte der hessische Gesundheitsminister Stefan Grüttner (CDU) am Freitag mit der besonderen Fachkenntnis und Ausrüstung, die im Bundesland vorhanden sei. Die seit 2001 bestehende Isolierstation ist nur ein Modul des hessischen Kompetenzzentrums für hochkontagiöse lebensbedrohliche Erkrankungen, in das Hessen jedes Jahr 175.000 Euro investiert.

          Im konkreten Fall des ugandischen Patienten hatte sich die Hilfsorganisation, die nach Angaben Grüttners die Kosten für die Behandlung trägt, an die Weltgesundheitsorganisation WHO gewandt, diese ging auf das Auswärtige Amt zu, das wiederum den Kontakt nach Frankfurt herstellte. Grüttner, der weder nähere Angaben zur Hilfsorganisation noch zum Bereitsteller des Flugzeugs machen wollte, hob am Freitag bei einer Pressekonferenz in Wiesbaden hervor, dass es für Hessen im Zeichen der Solidarität mit den betroffenen Ländern selbstverständlich gewesen sei, den Patienten aufzunehmen. Es handele sich dabei auch um eine „humanitäre Verpflichtung“ und um ein wichtiges Signal an alle Helfer, dass sie im Notfall auf Hilfe zählen können.

          Der Leiter des Kompetenzzentrums in Frankfurt, René Gottschalk, der bei der Pressekonferenz ebenfalls anwesend war, hob allerdings auch hervor, dass die Kapazitäten wegen des enormen Personalaufwands begrenzt seien: zwei hoch symptomatische und vier leicht symptomatische Patienten könnten in Frankfurt gleichzeitig behandelt werden. Vor allem schwierig sei aber, dass es meist nur ein kleines Zeitfenster gebe, in dem die Erkrankten überhaupt transportfähig sind; wenn sich der Patient im Ursprungsland nicht sowieso schon in der Nähe eines Flughafens befinde, sei die Verbringung nach Deutschland kaum möglich. Einen hoch symptomatischen Patienten könne man überhaupt nicht mehr transportieren. Im jetzigen Fall des ugandischen Patienten seien die Symptome noch nicht so stark ausgeprägt gewesen, er habe den Flug, der unter anderem wegen des Drucks problematisch sei, den Umständen entsprechend gut überstanden.

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