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Ebola in Westafrika : Vermeidbare Seuche

Hat die Regierung zu spät reagiert? Nun müssen Soldaten durch Liberia patrouillieren, um eine Panik zu verhindern Bild: AP

Dass die Ebola-Epidemie in Westafrika schon mehr als 730 Tote gefordert hat, haben sich die Verantwortlichen in den Ländern auch selbst zuzuschreiben. Sie hätten gewarnt sein müssen.

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          Mit viel Phantasie kann man sich viel vorstellen. Natürlich könnte das Ebola-Virus auch Deutschland erreichen. Fast hätte sich der aktuelle Erreger aus Westafrika für ein paar Tage im Hamburger Stadtteil Eppendorf eingenistet. Doch der mögliche Patient, ein Arzt aus Sierra Leone, starb, noch bevor er verlegt werden konnte.

          Gefahr wäre von ihm in der Isolierstation des Universitätsklinikums sowieso nicht mehr ausgegangen. In Deutschland hätte das Virus keine Chance, sich auszubreiten. Besonders ansteckend ist Ebola nicht, schon gar nicht, wenn sich jeder, der Kontakt zu einem Erkrankten hat, ausreichend schützt. Selbst wer im Flugzeug neben einem Infizierten sitzt, steckt sich wahrscheinlich nicht an. Über die Luft wird dieser Erreger nicht übertragen.

          Alle paar Jahre wie aus dem Nichts

          Doch natürlich kann man vor Ebola Angst haben. Die Krankheit scheint alle paar Jahre wie aus dem Nichts aufzutauchen und fast jeden zu töten, der von ihr befallen wird. Doch wie aus dem Nichts ist der tödliche Spuk auch wieder vorbei. Ein Blick auf die Landkarte genügt, um Erklärungen für dieses Phänomen zu finden. Ebola bricht vor allem in Gebieten aus, die allgemein als extrem unterentwickelt angesehen werden.

          Liberia, Guinea, Sierra Leone, aber auch die „klassischen“ Ebola-Länder Kongo und Uganda zählen zu den in jeder Hinsicht ärmsten sowie gesellschaftlich und politisch instabilsten Staaten der Welt. Ein Gesundheitssystem – geschweige denn eines, das funktioniert – hat keines der Länder. Die meisten Einwohner ahnen vermutlich nicht einmal, was für eine Krankheit sie da heimsucht und wie sie sich, ganz einfach, vor ihr schützen könnten.

          Die Regierungen reagierten zu spät

          Die Regierungen allerdings hätten gewarnt sein müssen. Dass es in Westafrika schon mehr als 730 Tote gibt, haben sich die Verantwortlichen in den Ländern auch selbst zuzuschreiben. Vier Monate lang haben sie fast tatenlos zugesehen, wie die Seuche sich über mehrere Landesgrenzen hinweg ausbreitete und am Ende sogar Ärzte an ihr erkrankten, weil ihnen nicht ausreichend Mittel zur Verfügung standen, um sich genügend zu schützen.

          Nun erst greift die Staatsgewalt durch, auch weil der Druck von außen immer größer geworden ist. Man muss kein Prophet sein, um vorauszusagen, dass diese Epidemie in wenigen Wochen ihr Ende finden wird. Dafür werden die längst überfälligen Schritte und das beherzte Eingreifen der Weltgesundheitsorganisation schon sorgen – bis zum nächsten Ebola-Ausbruch.

          Peter-Philipp Schmitt
          Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

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