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Westafrika : Ebola hat Nigeria erreicht

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Ein Helfer in Monrovia wird desinfiziert, nachdem er Ebola-Opfer für die Beerdigung vorbereitet hat Bild: dpa

Die Ebola-Epidemie hat auf ein weiteres Land übergegriffen: Ein nigerianischer Arzt hat sich bei einem aus Liberia eingeflogenen Patienten angesteckt. Die Bundeswehr trifft mittlerweile Vorkehrungen, um ihre Soldaten in Mali zu schützen.

          Die Ebola-Epidemie in Westafrika hat jetzt auch Nigeria erreicht. Ein Arzt, der einen kürzlich in Lagos an der Krankheit verstorbenen Liberianer behandelt hatte, sei mit dem Virus infiziert, teilte Gesundheitsminister Onyebuchi Chukwu am Montag mit. Zwei weitere Menschen, die in Kontakt mit dem Mann waren und auf Isolierstationen lägen, zeigten ebenfalls Symptome. Insgesamt befänden sich acht Nigerianer in Quarantäne, mehr als 60 weitere würden überwacht.

          Der Liberianer, der das Virus nach Nigeria eingeschleppt hatte, flog am 20. Juli von Monrovia über Togos Hauptstadt Lomé nach Lagos, um an einer Konferenz teilzunehmen. Er traf sichtlich geschwächt ein und kam sofort in ein Krankenhaus, wo er am 25. Juli in Quarantäne starb. Die Klinik wurde inzwischen geschlossen. Es war der erste Ebola-Fall in der größten Stadt im südlichen Afrika.

          Das Ebola-Virus breitet sich seit Jahresanfang immer weiter in Westafrika aus, betroffen sind vor allem Guinea, Sierra Leone und Liberia. Die Weltgesundheitsbehörde WHO geht inzwischen von mehr als 1300 Ebola-Infektionen aus, mindestens 729 Menschen überlebten die Ansteckung mit dem Virus nicht.

          Liberianischer Klinikdirektor gestorben

          Auch die Zahl der medizinischen Helfer, die sich mit dem Virus infizieren, steigt. Wie am Montag bekannt wurde, starb am Samstag Patrick Nshamdze, Direktor einer katholischen Klink in der liberianischen Hauptstadt Monrovia, an Ebola. Der Zustand des in den Vereinigten Staaten behandelten Ebola-Arztes hat sich indes ersten Berichten nach leicht gebessert. „Es ist ermutigend, dass es ihm besserzugehen scheint“, sagte der Direktor der amerikanischen Seuchenbehörde CDC, Tom Frieden, dem Sender CBS. Das Krankenhaus der Emory Universität in Atlanta hielt sich mit einer Bestätigung am Montag zurück.

          Frieden fügte in der CBS-Sendung „Face the Nation“ hinzu: „Wir müssen den Patienten so lange am Leben halten, bis sein Körper in der Lage ist, die Infektion zu kontrollieren“. Die nächsten Tage sind Fachleuten zufolge noch sehr kritisch für den 33 Jahre alten Kent Brantly, der vor etwa einer Woche erste Ebola-Symptome gezeigt hatte. Für Dienstag wird die Ankunft einer mit Ebola infizierten Amerikanerin erwartet: Nancy Writebol hatte als Schwester und Missionarin in Liberia gearbeitet – ebenso wie Brantly für Samaritan’s Purse.

          Bundeswehr trifft Maßnahmen

          Mittlerweile trifft auch die Bundeswehr im Auslandseinsatz Vorsorgemaßnahmen gegen die Ebola-Epidemie. Ein Truppenarzt habe einen „Notfallplan“ für die Teilnehmer der EU-Trainingsmission EUTM Mali entwickelt, zu dem auch Bundeswehrsoldaten gehören, sagte ein Sprecher des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr am Montag in Potsdam. Mali grenzt an Guinea, einen der von dem Ausbruch betroffenen Staaten.

          Nach Angaben des Sprechers handelt es sich bei den in dem Plan genannten Handlungsvorgaben in dem meisten Fällen um die Bekräftigung ohnehin geltender Regeln. So sollten Soldaten nicht auswärts essen und auf Marktbesuche verzichten, um nicht in Kontakt mit Wildfleisch und Tieren zu kommen. Tiere können Ebola übertragen und gelten als Auslöser für die Krankheit.

          Darüber hinaus sieht der Notfallplan den Angaben zufolge vor, dass bei verdächtigen Erkrankungen bei Soldaten von Anfang an stets auch die Option Ebola in Erwägung gezogen wird. Sollte es eine Infektion gebe, werde der betroffene Soldat in Quarantäne genommen. Nach Bundeswehr-Angaben ist derzeit ein Tropenarzt der Bundeswehr als medizinischer Betreuer für die Soldaten der EUTM Mali zuständig. In dieser Eigenschaft habe er den Notfallplan entwickelt.

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