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Dank Impfstoff : Ebola-Ausbruch in Kongo für beendet erklärt

Helfer in spezieller Schutzkleidung in einem Ebola-Behandlungszentrum. Der zentralafrikanische Kongo ist offiziell frei von der gefährlichen Krankheit Ebola. Bild: dpa

Sechs Monate nach dem Ebola-Ausbruch in Kongo gibt die Weltgesundheitsorganisation Entwarnung. Zu der schnellen Bewältigung hat wohl auch ein Impfstoff beigetragen.

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          Der Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo (DRC) ist nach sechs Monaten überstanden. Mitte dieser Woche gaben der Gesundheitsminister des Landes und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Entwarnung. Das Virus war Anfang Juni im Nordwesten des Landes aufgetaucht, in der Stadt Mbandaka am Kongo-Fluss, kurz nachdem ein Ebola-Ausbruch im Osten, der zwei Jahre gedauert und mehr als 2000 Menschen getötet hatte, für beendet erklärt worden war. Nach Angaben der WHO wurden bei dem abermaligen Ausbruch 130 Menschen infiziert, 55 Patienten starben.

          Claudia Bröll
          Freie Afrika-Korrespondentin mit Sitz in Kapstadt.

          Die Impfallianz Gavi mit Sitz in Genf erklärte die schnellere Bewältigung auch mit dem Einsatz eines „sicheren und effektiven Ebola-Impfstoffs“. Mehr als 40.000 Menschen seien mit Unterstützung der Allianz während des Ausbruchs geimpft worden, sagte eine Gavi-Sprecherin der F.A.Z. Wie in früheren Testreihen und Epidemien habe man versucht, einen „Ring der Immunität“ zu erstellen, indem Personen, die mit Menschen mit Symptomen Kontakt hatten, sowie deren Kontaktpersonen geimpft wurden.

          Zwischenzeitlich streikten Mitarbeiter des Gesundheitswesens

          Die Einsätze fanden jedoch unter schwierigen Bedingungen statt. Wie die WHO berichtete, hatte sich das Virus von der Stadt bis in Dörfer in bis zu 300 Kilometer Entfernung im dichten Regenwald ausgebreitet. Zusätzlich befanden sich einige Dörfer in unsicheren Gegenden. Zwischenzeitlich streikten in der Stadt Mbandaka Mitarbeiter des Gesundheitswesens, weil sie nicht oder kaum bezahlt wurden. Bei früheren Ebola-Ausbrüchen hatten sich viele Patienten gegen medizinische Behandlungen und Impfungen gewehrt und sich an traditionelle Heiler gewandt, weil sie die Krankheit als Fluch oder Hexenwerk betrachteten.

          Das Ebola-Virus wurde 1976 in der Nähe des Ebola-Flusses im damaligen Staat Zaire entdeckt. Seitdem gab es dort elf Epidemien, weit mehr als in jedem anderen Land. Die Regenwälder bieten einen natürlichen Nährboden für das Virus. Die schlimmste Ebola-Epidemie begann im März 2014 in Westafrika, mehr als 28.000 Menschen wurden damals infiziert, mehr als 11.000 starben an den Folgen. Das Virus hatte sich damals von Dörfern in Guinea nach Liberia und Sierra Leone verbreitet.

          Der amerikanische Arzneihersteller MSD hatte 2015 den ersten Ebola-Impfstoff in Guinea getestet, wo die Behörden eine Versuchsreihe mit dem Titel „Ebola, ça suffit“ („Ebola, es reicht“) gestartet hatten. Drei Jahre später sei der Impfstoff erstmals in der DRC zum Einsatz gekommen, sagt die Sprecherin von Gavi. Mehr als 3000 Menschen bekamen demnach die Impfung, keiner sei danach an Ebola erkrankt. Ein Jahr später sei die Impfstrategie erfolgreich im Osten des Landes angewendet worden, als sich das Virus in die Nachbarländer Ruanda, Uganda, Burundi und Südsudan zu verbreiten drohte. Auch der Pharmakonzern Johnson & Johnson hat einen Ebola-Impfstoff entwickelt, der in diesem Jahr die Marktzulassung von der Europäischen Kommission bekam.

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