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Medienkonsum im Alltag : Drogenbeauftragte: Kinder brauchen trotz Pandemie Bildschirmpausen

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Weniger ist mehr: Wenn Kinder zu viel Zeit im Internet verbringen, kann das gefährliche Folgen haben. Bild: Picture-Alliance

„Irgendwann auch mal den Stecker ziehen“: In der Corona-Krise warnt die Drogenbeauftragte der Bundesregierung vor den Folgen übermäßiger Bildschirmzeit für Kinder – und sieht die Eltern in der Pflicht.

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          Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung empfiehlt Kindern, Jugendlichen und auch Erwachsenen, in der Corona-Krise nicht nur vor dem Bildschirm zu hocken. „Fürs Homeschooling und Homeoffice sind die digitalen Medien natürlich ein Gewinn, aber irgendwann muss man schlichtweg auch mal den „Stecker“ ziehen und einfach mal etwas anderes machen“, sagte die CSU-Politikerin Daniela Ludwig der „Augsburger Allgemeinen“ (Dienstag).

          Mit Blick auf die Entwicklung von Kindern meinte sie: „So wie man nicht jeden Tag tafelweise Schokolade essen sollte, muss man beim Konsum von digitalen Medien genauso aufpassen, dass es nicht überhandnimmt. Der Alltag, das restliche Drumherum, muss noch funktionieren.“

          Beim Erlernen von Medienkompetenz sieht Ludwig auch die Eltern gefragt. „Ich sage immer: So wie kein Elternteil die Kinder einfach ins Wasser wirft und sagt „Jetzt schwimm halt los“, so sollten die Eltern auch ihre Kinder nicht alleine die digitale Welt erobern lassen. Begleiten, ein gutes Vorbild sein, zusammen genau hinschauen, was da vor einem so flimmert – das ist schon mal ein guter Anfang.“

          Exzessive Mediennutzung hat zugenommen

          Damit die Bildschirmzeit nicht ausufert, sollten Eltern aus Sicht Ludwigs „klare Regeln aufstellen und ihren Kindern ab und an mal sehr genau über die Schulter schauen“. Zwar seien alternative Aktivitäten momentan schwierig, sagte Ludwig mit Blick auf die Corona-Pandemie. „Aber es muss doch möglich sein, mit den Kindern mal in den Park zu gehen, ein Brettspiel zu spielen, zu lesen oder, oder, oder.“

          Die Bundesdrogenbeauftragte verwies auf Mitte Dezember von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) veröffentlichte Studiendaten, wonach exzessive Mediennutzung bei jungen Leuten zugenommen hat. 12- bis 17-Jährige nutzen demnach durchschnittlich 22,8 Stunden pro Woche und 18- bis 25-Jährige 23,6 Stunden pro Woche Computerspiele und Internet – und zwar „just for fun“, also nicht für Schule, Studium oder Arbeit, wie Ludwig der „Augsburger Allgemeinen“ sagte. „Wir sehen, dass sich ein ungesunder Umgang bei den Jugendlichen zwischen 2015 und 2019 von 21,7 Prozent auf 30,4 Prozent und bei den jungen Erwachsenen von 15,2 Prozent auf 23 Prozent erhöht hat.“

          Bei der Veröffentlichung dieser Ergebnisse der Drogenaffinitätsstudie 2019 hatte Ludwig im Dezember 2020 betont: „Medien-und Internetabhängigkeit ist quasi die Droge der Zukunft.“ Die Studienmacher verwendeten eine Skala auf Grundlage mehrerer Fragen, um Probleme bei der Nutzung von Internet und Computerspielen zu erfassen. Beispiele für solche Probleme sind Kontrollverlust (man verbringt mehr Zeit im Internet als beabsichtigt) und Entzugssymptome (man fühlt sich unruhig oder gereizt, wenn man das Internet nicht nutzen kann).

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