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Diabetes : Mehr bewegen, anders essen

Beste Vorsorge gegen Diabetes: regelmäßige Bewegung und ausgewogene Ernährung Bild: picture-alliance / dpa/dpaweb

Übergewicht durch unausgewogene Ernährung und Bewegungsmangel sind die Hauptgründe für die Volkskrankheit Diabetes, auch für junge Menschen. Mit einfachen Mitteln kann man sich der Risikogruppe entziehen.

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          Die Botschaft ist eigentlich ganz einfach. Mehr bewegen, weniger und gesünder essen - damit läßt sich das Risiko, an Diabetes zu erkranken, erheblich senken. Lifestyle-Strategie nennt sich diese Form der Diabetesvorsorge. Nicht selten scheitert sie aber an festgefahrenen Lebensgewohnheiten. Darüber hinaus ist vielen Menschen gar nicht bewußt, wie hoch das Risiko ist, an Diabetes zu erkranken.

          Florentine Fritzen
          Korrespondentin im Hochtaunuskreis

          Studien zeigen, daß die Furcht vor Krebs, Aids und „Modekrankheiten“ wie Sars viel verbreiteter ist als die vor Diabetes. Dabei ist die volksgesundheitliche Prognose, so der Dortmunder Diabetologe Alexander Risse, für Diabetes „eher dramatischer als für Krebs“. Bei mehr als sechs Millionen Deutschen haben Ärzte Diabetes diagnostiziert.

          Symptome bleiben oft lange verborgen

          Wenn die Krankheit nicht eingedämmt wird, werden es 2010 zehn Millionen sein. Dazu kommen schon heute vermutlich zwei bis drei Millionen weitere Fälle, die noch nicht erkannt wurden. Die Diabetologen sprechen von einer „Diabetes-Lawine“, die auf uns zurolle. Auch deshalb diskutierten die rund 7000 Mediziner, die sich am Himmelfahrtswochenende in Berlin zur 40. Jahrestagung der Deutschen Diabetes-Gesellschaft trafen, vor allem über Möglichkeiten der Prävention.

          Die Ärzte haben es schwer. „Diabetes wirkt lange versteckt und geht zunächst nicht mit offensichtlichen Beschwerden einher“, sagt der Diabetologe Joachim Lindner, Chefarzt am Geriatriezentrum im Klinikum Chemnitz. Diabetes schädigt alle Gefäße des Körpers und läßt das Risiko von Schlaganfall, Herzinfarkt, Nierenversagen und Erblinden steigen. Auch Demenz und Gangunsicherheit sind häufige Folgen. Viele Diabetiker bekommen Depressionen, weil sie unter der strengen Selbstkontrolle ihrer Lebensweise leiden, etwa durch ständiges Insulinspritzen.

          Schlechte Ernährung und Übergewicht

          Diabetologen kämpfen nicht nur gegen Lebensgewohnheiten des modernen Menschen, gegen zu fettes und zu süßes Essen, sondern auch gegen hartnäckige, irreführende Begriffe. Altersdiabetes ist so ein Wort, das sich nicht ausrotten läßt, obwohl längst nicht nur Ältere an Diabetes Typ 2 erkranken, wie die häufigste Form des Diabetes richtig heißt.

          Der Kinderarzt Wieland Kiess von der Universität Leipzig spricht von der „beängstigenden Entdeckung, daß nicht nur immer mehr Jugendliche Diabetes Typ 2 bekommen, sondern daß auch das Erkrankungsalter für Typ 1 immer jünger wird“. Auch das habe mit Adipositas, also mit Fettleibigkeit zu tun. Diabetes Typ 1 - zehn bis fünfzehn Prozent der Diabetiker haben diese Form - ist eine Autoimmunkrankheit. Der Körper bildet Eiweiße, die die insulinproduzierenden Beta-Zellen in der Bauchspeicheldrüse zerstören. Dadurch kann er das Bauchspeicheldrüsenhormon Insulin nicht mehr selbst bilden.

          Prävention schon ab Kindesalter

          Die meisten Diabetiker, etwa 85 Prozent, haben Diabetes Typ 2. Der Körper bildet zwar noch Insulin, aber durch körperliche Trägheit und Gewichtszunahme entsteht eine Insulinresistenz. Eine genetische Information, die früher von Vorteil war, trifft heute auf eine Zeit, in der sie ungünstig wirkt: Wenn Essensvorräte knapp werden, überleben jene Menschen länger, die Energie besser in den Körper einlagern. Ist aber Nahrung im Überfluß vorhanden, ist diese Anlage ungünstig.

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