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Genitalverstümmelungen : „Mindestens 70.000 betroffene Frauen in Deutschland“

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Zwei Frauenrechtsaktivistinnen in Berlin bei Vorstellung der Dunkelzifferstatistik 2019 zum Thema „Weibliche Genitalverstümmelung in Deutschland“ Bild: dpa

Knapp 17.700 Mädchen leben in Deutschland laut einer Schätzung in der Gefahr, genital verstümmelt zu werden – fast doppelt so viele wie vor drei Jahren. Bei Reisen in die Heimat soll es zu Beschneidungen kommen.

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          Die Frauenrechtsorganisation „Terre des Femmes“ (TDF) hat mehr Aufklärung über weibliche Genitalverstümmelung in Deutschland angemahnt. Die Zahl der vermutlich betroffenen oder bedrohten Mädchen und Frauen hierzulande steige seit Jahren kontinuierlich an, sagte TDF-Referentin Charlotte Weil am Donnerstag in Berlin. Grund sei der verstärkte Zuzug von Menschen aus Ländern wie Somalia und Eritrea, in denen diese schädliche Praxis verbreitet sei.

          „Aktuell leben mindestens 70.000 betroffene Frauen hier in Deutschland“, sagte Weil. Man gehe zudem von knapp 17.700 Minderjährigen hierzulande aus, die gefährdet sind – fast doppelt so viele wie vor drei Jahren. TDF legt für die sogenannte Dunkelzifferstatistik die Prozentzahl der Betroffenen im Herkunftsland auf die Zahl hier lebender Frauen und Mädchen um.

          Fälle von in Deutschland vorgenommener Genitalverstümmelung sind den Angaben zufolge bisher nicht bekannt geworden. Man habe aber gehört, dass es bei Reisen in die Heimat oder in andere EU-Länder wie Frankreich zu Beschneidungen komme, so Weil.

          Weltweit leben laut Unicef 200 Millionen beschnittene Mädchen und Frauen. Die Praxis hat unter anderem in rund 30 Staaten in Afrika Tradition, aber auch in einigen Ländern des Nahen Ostens und Asiens. Die äußeren Geschlechtsorgane werden dabei teilweise oder ganz abgeschnitten, mit oft lebenslangen körperlichen und psychischen Folgen.

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