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Spenden gegen Suizid : Push-Up ist die neue Ice-Bucket-Challenge

  • -Aktualisiert am

Nur mit Unterhose bekleidet stieg David Beckham für Liegestütze auf einen schwarzen Flügel. Bild: Screenshot Instagram David Beckham

Vor zwei Jahren schüttete man sich Eiswasser über den Kopf, in diesem Sommer sind Liegestütze dran. Für den guten Zweck pumpen nun auch Prominente wie David Beckham. Der sucht sich für seine Beiträge ganz besondere Orte aus.

          Die exotischsten Orte für die Liegestütze lässt sich wohl David Beckham einfallen. Seit der britische Fußball-Star vor einigen Tagen die Herausforderung seines Freundes Guy Ritchie annahm, für einen guten Zweck Sport zu treiben, versuchte er sich an Bord eines Privatjets fast 15.000 Meter über dem Atlantik, in einem luxuriös ausgestatteten Fitnessraum und auf einem Konzertflügel in Las Vegas – nur mit einer Unterhose bekleidet, aber mit einem Glas Rotwein neben sich. „Jeden Tag begehen 22 Kriegsveteranen Suizid. Daher tue ich das, was Guy R., Jason S. und Charlie H. tun, um ein Licht auf alle Soldaten und Soldatinnen zu werfen und ihr Leben zu retten“, sagte Beckham, als er am Wochenende die ersten 22 Liegestütze für die „22 Push-Up Challenge“ absolvierte.

          Mr Richie's challenge to myself day 2. @guyritchie

          Ein von David Beckham (@davidbeckham) gepostetes Video am

          Wie seine Landsleute Jason Statham und der „Sons of Anarchy“-Darsteller Charlie Hunnam macht Beckham in den nächsten Wochen an insgesamt 22 Tagen jeweils 22 Liegestütze. Die Videos der Herausforderung, die Beckham und seine Mitstreiter in sozialen Netzwerken veröffentlichen, sollen helfen, auf die psychischen Leiden von Kriegsveteranen aufmerksam zu machen und Spenden zu sammeln.

          Bevor Beckham und amerikanische Prominente wie Scott Eastwood, John Krasinski und Kevin Hart die „22 Push-Up Challenge“ annahmen, blieb die Resonanz auf die Herausforderung eher verhalten. Der ehemalige Soldat und Gründer der Veteranenorganisation „22Kill“ Andy Nguyen hatte schon vor fünf Jahren versucht, durch die Kampagne #22Kill auf die hohe Suizidrate unter Soldaten aufmerksam zu machen. Die amerikanische Behörde für Veteranenangelegenheiten errechnete damals, dass sich jeden Tag etwa 22 Soldaten nach psychischen Leiden das Leben nahmen.

          Als die an Depressionen erkrankte Autorin Julie Hersh im Frühjahr 2014 in Rock und Stiefeln ein Video aufnahm, das sie bei 22 Liegestützen zeigte, verhalf ihr Versprechen, für jede Nachahmerin 100 Dollar an Veteranenverbände zu spenden, der Herausforderung einige Wochen zu Aufmerksamkeit. Nach Vorbild der „Ice Bucket Challenge“ des Jahres 2014, bei der für die Erforschung der Nervenkrankheit Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) mehr als 115 Millionen Dollar gesammelt wurden, rief der ehemalige Soldat Nathan Koehn im Frühjahr 2015 schließlich zu einer erweiterten Version der „22 Push-Up Challenge“ auf. Jeder Teilnehmer sollte ein Video der 22 Liegestütze in sozialen Medien veröffentlichen, Freunde und Bekannte nominieren sowie zehn Dollar spenden.

          Durch das Engagement ehrgeiziger Prominenter wie Beckham in Zusammenarbeit mit der britischen Veteranenorganisation Combat Stress hat sich inzwischen ein neues Format durchgesetzt. Die Teilnehmer absolvieren an 22 Tagen jeweils 22 Liegestütze, um mit den Videos und dem Hashtag #22pushups für Spenden zu werben. Von den angestrebten 22 Millionen Liegestützen wurden bis Montag fast 21 Millionen erreicht – mit Hilfe von 803 Soldaten aus 20 Nationen, die am Wochenende in der Wüste Afghanistans in den Sand sanken, Turnereien des kanadisch-amerikanischen Schauspielers Dwayne „The Rock“ Johnson und Beckhams Fitnessübungen in Unterwäsche. 

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