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Zweite Corona-Welle : Alte Menschen nicht einsperren

Eine Pflegekraft (l) begleitet die Bewohnerin eines Altenheims mit Rollator beim Gang durch den Flur. Bild: dpa

Während der ersten Corona-Welle wurden Pflegeheimbewohner isoliert. Inzwischen gibt es andere Strategien für den Umgang mit alten und pflegebedürftigen Menschen. Ein Besuch in einem Heim.

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          Die totale Isolierung der Pflegeheimbewohner soll sich im Tübinger Luise-Wetzel-Stift nicht wiederholen. Heimleiterin Heike Merz steht in der Eingangshalle des Pflegeheims, rechts ist das heimeigene Café, links das Restaurant. Es ist Mittagszeit, und einige ältere Bewohnerinnen gehen mit ihrem Rollator zum Essen. „Wo ist denn Ihre Maske, Frau Laible, an die müssen Sie doch immer denken“, sagt Heike Merz. Die Maske baumelt am Rollator, die ältere Dame hält kurz an, lächelt freundlich, setzt die Maske auf und geht in den Speisesaal. „Wir müssen unsere Bewohner immer wieder daran erinnern, aber wir haben jetzt ein ausgefeiltes Hygiene-Konzept. Wir glauben, dass wir während der zweiten Pandemie-Welle die Heime nicht mehr komplett schließen müssen. Und wir wollen das auf keinen Fall.“

          Rüdiger Soldt

          Politischer Korrespondent in Baden-Württemberg.

          Während der ersten Welle war das Heim im Norden von Tübingen schwer von der Corona-Pandemie betroffen. 17 Bewohner waren infiziert, fünf mussten im Krankenhaus behandelt werden. Nicht alle überlebten. „Einige hochbetagte Bewohner schafften es, jüngere starben“, sagt die Heimleiterin. In der Tübinger Heim-Siedlung betreuen 90 Mitarbeiter 117 Menschen im dazugehörigen Pflegeheim. Außerdem gibt es 54 Wohnungen für betreutes Wohnen sowie 32 Pflegewohnungen, in denen ältere Menschen selbständig leben, die aber zu ihrer eigenen Sicherheit mit Hilfe von Sensortechnik überwacht werden. Hinzu kommen Wohngruppen für ältere Menschen.

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