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Test fiel positiv aus : Zwei China-Rückkehrer mit Coronavirus infiziert

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Die Betreuung der Rückkehrer in der Quarantänestation übernehmen 27 freiwillige Mitarbeiter des Roten Kreuzes. Bild: dpa

Bei Untersuchungen in der Quarantänestation in Germersheim wurden zwei Passagiere positiv auf das Coronavirus getestet. In China stieg die Zahl der bestätigten Erkrankungen so schnell wie noch nie innerhalb eines Tages.

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          Einen Tag nach ihrer Rückkehr aus der chinesischen Stadt Wuhan nach Deutschland sind zwei Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die beiden Patienten sollten nun von der Südpfalz-Kaserne in Germersheim, wo sie mit mehr als 110 weiteren Rückkehrern unter Quarantäne stehen, in einem Infektionsschutz-Fahrzeug in die Uniklinik Frankfurt gebracht werden, teilte der Landkreis Germersheim am Sonntag mit. Für die ehrenamtlichen Helfer und die Bevölkerung bestehe „kein Grund zur Sorge“.

          Es sei nun jener „Fall eingetreten, wofür die Einrichtung dieser Schutzzone erfolgt ist“, hieß es in der Erklärung weiter. „Die betroffenen Personen haben diesen Befund gefasst aufgenommen und wurden isoliert.“

          Die Passagiere waren am Samstag gegen 16.30 Uhr an Bord einer Bundeswehrmaschine in Frankfurt angekommen. Nach der Landung wurden sie untersucht. Elf von ihnen seien anschließend in die Frankfurter Uniklinik gebracht worden, sagte Hessens Sozialminister Kai Klose (Grüne) am Samstagabend, einer von ihnen mit Verdacht auf das Coronavirus. Dieser bestätigte sich jedoch nicht, wie Klose am Sonntag mitteilte. Insgesamt seien 124 Passagiere in Frankfurt gelandet: 100 Deutsche, 22 Chinesen, ein Bürger der Vereinigten Staaten und ein Rumäne.

          Sie sollen mindestens 14 Tage in der Südpfalz-Kaserne in Germersheim bleiben – so lange dauert die maximale Inkubationszeit, also die Frist von der befürchteten Ansteckung bis zum möglichen Krankheitsausbruch. An dem Standort des Luftwaffenausbildungsbataillons stehen für sie 128 Zimmer in einem 2018 fertiggestellten Gebäude bereit. Dort werden sie von freiwilligen Mitarbeitern des Roten Kreuzes betreut.

          Die chinesische Gesundheitskommission teilte am Sonntag in Peking mit, dass die Lungenkrankheit mit den neuen Todesfällen in der stark betroffenen Provinz Hubei nun insgesamt 304 Menschen in China das Leben gekostet habe. Die Zahl der bestätigten Erkrankungen kletterte demnach so schnell wie noch nie innerhalb eines Tages – um 2580 auf 14.380 Fälle.

          Millionenmetropole Wenzhou wird abgeriegelt

          Erstmals ist am Wochenende auch eine Millionenmetropole außerhalb Hubeis stillgelegt worden. Für die neun Millionen Bewohner von Wenzhou wird auch beschränkt, wie oft sie vor die Tür gehen dürfen. Jede Familie könne ein Mitglied auswählen, das alle zwei Tage zum Einkaufen könne, teilte die Stadtregierung am Sonntag mit. „Andere sollten grundsätzlich nicht das Haus verlassen.“ Wenzhou liegt mehr als 800 Kilometer östlich vom Ursprungsort der Epidemie in Wuhan.

          Der öffentliche Nahverkehr wurde stillgelegt, ebenso der Überlandverkehr mit Bussen in andere Regionen. An 46 Bezahl- und Kontrollstellen der Zufahrtsstraßen zu der Metropole wurde der Straßenverkehr vorübergehend gesperrt. Nur neun bleiben geöffnet. Schulen und Universitäten bleiben vorerst geschlossen. Mit 661 Erkrankten hat die Provinz Zhejiang, in der Wenzhou liegt, nach der Provinz Hubei die zweithöchste Zahl von nachgewiesenen Virusfällen.

          In Chinas Hauptstadt Peking werden sämtliche Passanten auf ihre Körpertemperatur überprüft.
          In Chinas Hauptstadt Peking werden sämtliche Passanten auf ihre Körpertemperatur überprüft. : Bild: AFP

          Etwa 150 Infektionen sind bislang außerhalb Chinas bekannt, davon acht in Deutschland. Am Sonntag meldete die Weltgesundheitsorganisation (WHO) den ersten bestätigten Todesfall außerhalb der Volksrepublik: Ein am 21. Januar auf die Philippinen gereister Chinese aus Wuhan sei am Samstag gestorben, seine Begleiterin erkrankt. Bei ihnen handelt es sich laut WHO um die einzigen nachgewiesenen Infektionsfälle auf den Philippinen. Mögliche Kontaktpersonen würden untersucht.

          Die zuvor in Deutschland bestätigten Fälle standen im Zusammenhang mit der Firma Webasto in Bayern. Darunter sind sieben Angestellte des Autozulieferers, außerdem hat einer von ihnen sein Kind angesteckt. Am Samstag hatte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) gesagt, die zu dem Zeitpunkt sieben registrierten Infizierten seien alle „in sehr gutem gesundheitlichem Zustand.“ Sie hatten sich bei einer Kollegin aus China infiziert, die für eine Schulung zu Gast war. 

          Mit Blick auf die Angehörigen der Infizierten in Bayern, die nun teilweise von ihrer Umgebung gemieden würden, betonte Spahn, die Bevölkerung solle „zwar mit Wachsamkeit, aber auch mit der nötigen Gelassenheit“ mit dem Thema Coronavirus umgehen. „Was mir am meisten Sorgen macht, sind die Verschwörungstheorien aller Art, die zurzeit in sozialen Medien verbreitet werden und die nur ein Ziel haben: Unsicherheit zu verbreiten.“

          Ein weiterer mit dem Virus infizierter Deutscher wurde auf der Kanareninsel La Gomera registriert. Es ist der erste bekannte Fall in Spanien. Der Mann sei mit einem der in Deutschland infizierten Patienten in Kontakt gewesen, teilte die spanische Regierung mit.

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