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Pandemie in Deutschland : Zahl der Coronavirus-Tests geht zurück

  • Aktualisiert am

Gut besucht: Eine Einkaufsstraße in Köln zu Beginn der Woche. Bild: dpa

In Deutschland steigt die Zahl der Covid-19-Infizierten insgesamt auf fast 150.000. Unterdessen sinkt die Zahl der wöchentlich durchgeführten Tests. Auch die Akzeptanz für strikte Maßnahmen zur Eindämmung des Virus lässt nach.

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          In Deutschland geht die Zahl der pro Woche durchgeführten Sars-Cov-2-Tests nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) zurück. Seit Beginn der strikten Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus wurden ab dem 16. März pro Woche jeweils mehr als 345.000 Tests durchgeführt. In der 14. Kalenderwoche (30. März bis 5. April) lag die Zahl der Tests sogar bei über 400.000 Tests. Danach sank die wöchentliche Testsumme wieder. In der Woche nach Ostern (13. bis 19. April) lag die Zahl der Tests lediglich noch bei etwas mehr als 320.000.

          Insgesamt sind seit Beginn der Coronavirus-Pandemie laut RKI mehr als zwei Millionen Sars-Cov-2-Tests durchgeführt worden. Das entspricht allerdings nicht der Zahl der getesteten Bürgerinnen und Bürger, da einige Menschen mehrfach getestet worden sind. Dass die Zahl der Tests zurückgegangen ist, hängt zum einen mit den Osterfeiertagen Mitte April zusammen, an den laut RKI-Chef Lothar Wieler deutlich weniger getestet worden ist. Zum anderen sinkt die Zahl der derzeit Infizierten kontinuierlich. Außerdem finden so gut wie keine Einreisen mehr aus anderen Risikogebieten mehr statt und dürften sich aufgrund des guten Frühlingswetters deutlich weniger Menschen krank und zu einem Test bewogen fühlen.

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          Akzeptanz für Maßnahmen lässt nach

          Unterdessen steigt in Deutschland nach RKI-Angaben die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus Infizierten um 2352 auf 148.046. Das Institut meldet 215 neue Todesfälle. Damit sind insgesamt 5094 Menschen im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben. Etwa 100.000 Menschen sind bereits wieder genesen. Laut dem amerikanischen Johns Hopkins Institut liegt die Zahl der Infizierten bei 150.648 und die Zahl der Todesfälle bei 5315. (Lesen Sie hier, worin die Unterschiede bei der Zählung zwischen RKI und Johns-Hopkins-Universität liegen.)

          Bezogen auf die Einwohnerzahl (Fälle pro 100.000 Einwohner) gibt es die meisten Fälle weiterhin in Bayern (297), Baden-Württemberg (261), Hamburg (228) und dem Saarland (239). Etwa sechs Prozent aller Infizierten sind jünger als zwanzig Jahre, zwei Drittel aller Covid-19-Erkrankten sind zwischen 15 und 59 Jahre alt.

          Besonders gefährdet ist weiter die Gruppe der über 80-Jährigen. In ihren Kohorten steigt die Zahl der Infizierten pro 100.000 Einwohner jeweils auf etwa 300 (80-89 Jahre), ungefähr 475 (90-99 Jahre) und sogar etwa 600 (über 100 Jahre).Fast 90 Prozent aller Todesfälle in Deutschland älter als 70 Jahre. Die Sterberate liegt derzeit bei 3,3 Prozent.

          Zudem ist die Akzeptanz in der Bevölkerung in Deutschland für die Corona-Restriktionen laut einer Umfrage weiterhin hoch, lässt aber zunehmend nach. In der jüngsten Erhebung von Infratest dimap befürworteten 74 Prozent die Kontaktbeschränkungen, wie die Zeitungen der Funke Mediengruppe in ihren Donnerstagsausgaben berichten. Den Höchststand an Zustimmung für die Maßnahmen hatte das Institut in der letzten Märzwoche mit 87 Prozent verzeichnet. Seitdem geht der Wert zurück.

          In der aktuellen Umfrage von Infratest dimap im Auftrag des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) nannten 18 Prozent die Einschränkungen des öffentlichen Lebens „übertrieben“, wie die Funke-Blätter aus der ihnen vorliegenden Erhebung zitieren. Vor Ostern hatte dieser Anteil noch bei 14 Prozent gelegen, kurz nach den Feiertagen dann bei 17 Prozent.

          Um ihre persönliche Gesundheit machen sich der Befragung zufolge noch 19 Prozent große Sorgen. Ende März waren es 25 Prozent. Eine Smartphone-App zur Nachverfolgung der Infektionsketten würden 56 Prozent der Befragten installieren. Dieser Wert hat sich kaum bewegt. Für die Erhebung wurden rund tausend repräsentativ ausgewählte Bundesbürger befragt.

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