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Wie heiraten wir in der Krise? : Von spontanen Besuchen im Standesamt ist abzusehen

Heiraten auf Abstand: Ein Brautpaar ohne Gäste am Strand von Juist. Bild: dpa

Wenig Gäste, keine Umarmungen und verschobene Partys: Heiraten in Zeiten des Virus ist für viele Paare und eine komplette Branche eine Zumutung. Auch Hochzeitssängerin Caroline Bispinck musste umdisponieren – gewinnt Corona aber auch Gutes ab.

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          Ihren großen Tag hatten sich Jan und Sarah Baumann (Namen von der Redaktion geändert) ganz anders vorgestellt. Eigentlich hatten der Einunddreißigjährige und die Mittzwanzigerin aus dem ostwestfälischen Herford im April heiraten wollen: Am Freitag im Standesamt und samstags in der Kirche mit anschließender großer Party und knapp 100 Gästen. Wenige Wochen vorher zerplatzten die Hochzeitsträume der Baumanns dann allerdings mit dem Ausbruch des Coronavirus. „Wir hatten schon mit kleineren Einschränkungen gerechnet, als im Februar die ersten Corona-Meldungen kamen. Als dann aber schließlich alles abgesagt werden musste und im Standesamt nicht einmal Trauzeugen und Eltern erlaubt gewesen wären, war es trotzdem ein großer Schock für uns“, sagt Jan Baumann.

          So wie den frisch vermählten Eheleuten aus Ostwestfalen geht es tausenden Paaren im ganzen Land. Seit März wurden wegen der Pandemie mehrere Tausend Trauungen und Hochzeitsfeierlichkeiten umgeplant und in den Winter, ins nächste Jahr oder auf unbestimmte Zeit verschoben. Oder gar vorerst komplett abgesagt, weil die bisherigen Liebespaare mit der doppelten Stresssituation aus Lockdown und abgesagter Hochzeit nicht umgehen konnten. So verzeichnete das Standesamt in Hannover noch im Mai mehr als dreißig Prozent weniger Trauungen als im Vorjahr. Im März und April fiel der Rückgang noch deutlicher aus.

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