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Warten auf die Corona-Welle : Wann kommt der Sturm?

„Keiner kann genau sagen, was in den nächsten Wochen kommt“, sagte Gesundheitsminister Jens Spahn zu dem, was deutsche Kliniken erwartet. Bild: dpa

Deutschlands Kliniken bereiten sich auf eine Herausforderung von historischem Ausmaß vor. In einer besonderen Situation: die Geburtshilfe. Wie gut ist Deutschland gewappnet für das, was da kommt?

          7 Min.

          Die erste Schwangere mit Covid-19 entband im Klinikum Weiden, bevor die gesamte deutsche Krankenhauslandschaft sich rüstete für die Pandemie. Etwa zwei Wochen ist das jetzt her: Das Städtchen Mitterteich, wo wegen der hohen Zahl an Corona-Infektionen die erste Ausgangssperre hierzulande ausgerufen wurde, liegt schließlich keine vierzig Kilometer entfernt und gehört zum Einzugsgebiet des oberpfälzischen Krankenhauses. Ein geplanter Kaiserschnitt, die medizinischen Gründe hatten nichts mit dem neuartigen Virus zu tun: Zwillinge, 36. Woche. Weil die Mutter trockenen Husten hatte, erschien sie vor dem vereinbarten Termin und wurde getestet: positiv. Dann kam es zum vorzeitigen Blasensprung. Abgesehen davon, dass besondere Schutzkleidung und Hygiene nötig waren, lief beim Kaiserschnitt alles wie immer. Die gesunden Frühchen kamen auf die Neonatologie. Die Mutter pumpte Milch ab. Sie wollte kein Risiko eingehen und besuchte die Kinder erst, als die Infektion überstanden war. Alle drei sind wohlauf.

          Julia Schaaf
          (sha.), Leben

          „Wir haben keinen Grund, den Kindern das vorzuenthalten, was für den Start ins Leben und für ihre Gesundheit relevant ist“, sagt Frank Louwen. Der Professor am Universitätsklinikum Frankfurt hat als Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) Empfehlungen für die Corona-Krise verfasst. Schwangere sind schließlich in aller Regel gesunde Frauen, die sich ins Krankenhaus begeben, weil ein glückliches Ereignis bevorsteht. Das unterscheidet den Kreißsaal von fast allen anderen Stationen einer Klinik, und die gute Nachricht ist: Daran muss sich aus medizinischer Sicht überhaupt nichts ändern, selbst wenn ein aggressiver Krankheitserreger die Welt auf den Kopf stellt.

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