https://www.faz.net/-guw-9wuxx

Coronavirus : In Peking bleibt man am besten zu Hause

Eine Bahnhofsangestellte trägt einen Mundschutz und eine Schutzbrille, während sie darauf wartet, die Fahrkarten der Passagiere am Bahnhof von Peking zu kontrollieren. Bild: dpa

In der chinesischen Hauptstadt bestimmt der Kampf gegen das Coronavirus das Alltagsleben: beim Gemüsekauf, beim Spaziergang im Park, in der Apotheke und im Internet. Manche nutzen eine Corona-App als Informationsquelle.

          3 Min.

          Der nächste Corona-Infizierte wohnt knapp eineinhalb Kilometer entfernt in der Neuen Mittelstraße 18 im Stadtteil Sanlitun. Das verrät eine App, auf der alle 399 bestätigten Fälle für Peking lokalisiert sind. Was nach virtuellem Pranger klingt, erweist sich bei näherem Hinsehen als Spielerei. Die Adresse führt zu zwei Hochhäusern mit 15 Stockwerken und mehr als 300 Mietparteien. „Stimmt“, sagt ein Anwohner. „In Block zwei hat sich eine Familie angesteckt.“ Er weiß das, weil der Installateur, den er bestellt hatte, den Wohnblock nicht betreten durfte.

          Friederike Böge

          Politische Korrespondentin für Ostasien.

          Wer keinen Anwohnerausweis hat, darf jetzt nicht mehr auf das Gelände. Auch nicht die Paketboten, die ihre Kartons auf einem Regal vor dem Eingang abstellen. Der Anwohner gibt sich gelassen. „Wir lecken ja nicht den Liftknopf ab“, sagt er. Aber er kennt auch Leute, die ihre Wohnung aus Angst vor dem Virus seit vier Wochen nicht verlassen haben. Er selbst hat die Corona-App noch nie angeschaut, aber seine Freunde finden, dass es gut sei, wenn die Regierung so viele Informationen wie möglich veröffentliche. Das schaffe Vertrauen, sagt er.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

          FAZ.NET komplett

          : 65% günstiger

          F.A.Z. Woche digital

          F.A.Z. digital – Jubiläumsangebot

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Hoffnungsträger in blassem Gelb: Das Bundesgesundheitsministerium deckt sich mit dem japanischen Grippemittel Avigan ein.

          Medizin : Riesiger Wirbel um eine Pille gegen Corona

          Das Grippemittel Avigan aus Japan könnte Patienten retten. Deutschland deckt sich mit Millionen Tablettenpackungen ein. Die Bundeswehr soll beim Verteilen helfen.