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Umgang mit der Pandemie : Das Leben geht weiter, nur anders

Ein leeres Klassenzimmer in Hannover. Bild: dpa

Deutschland ist im Ausnahmezustand. Vieles wird neu geregelt: in Schulen, Kliniken, Bussen, überall.

          7 Min.

          Deutschland wappnet sich gegen das Virus. Das öffentliche Leben kommt weitgehend zum Erliegen. Für wie lange? Der bayerische Ministerpräsident Söder sagte am Donnerstag, die nächsten fünf Wochen seien entscheidend, danach werde man sehen.

          Florentine Fritzen

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Viele Einrichtungen bleiben erstmal geschlossen bis zu den Osterferien. Doch auch danach ist eine Rückkehr zum Alltag unwahrscheinlich. Politiker und Wissenschaftler sehen mit Sorge, dass sich das Virus – anders als zunächst erhofft – auch bei steigenden Temperaturen weiterverbreitet. Dennoch könnte sich der Jahreszeitenwechsel günstig auswirken.

          Neue Gewohnheiten helfen

          Eine „komplette Entspannung“ im Frühling und Sommer sei aber nicht zu erwarten, sagt Sandra Ciesek, Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie an der Universität Frankfurt. Andererseits legten Daten aus China nahe, dass die Anzahl der Neuinfektionen nach dem Überschreiten des Höhepunktes langsam und kontinuierlich zurückgehe. Helfen könnte auch, dass immer mehr Menschen neu antrainierte Angewohnheiten beibehielten: Abstand halten, bei Krankheit zu Hause bleiben und häufig die Hände waschen. Aber erst einmal gilt: abwarten.

          Viele Bürger, die das besorgt, horten jetzt Lebensmittel zu Hause. Ist das nötig? Das Bundesernährungsministerium fragt derzeit mehrmals in der Woche beim Handel nach, wie die Lage ist. Weder die Produktion noch die Lieferketten seien gestört. Die Bundesregierung empfiehlt eigentlich auch unabhängig von Corona, zu jeder Zeit für zehn Tage genug Vorräte im Haus zu haben – weil man eben nie weiß, was kommt.

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          Während das bisher viele ignorierten, berichten jetzt die Mineralwasserverbände, dass nicht genug Pfandflaschen zum Auffüllen zurückkommen, weil so viele Getränkekästen in privaten Garagen eingelagert sind. Und es decken sich so viele Menschen mit Nudeln und Mehl ein, dass Regale zeitweise leer bleiben, was wiederum neue Hamsterinstinkte weckt.

          Ausfälle in der Produktion von Lebensmitteln gibt es derzeit dem Ministerium zufolge nicht. Doch man sorgt sich um Verschwendung, wenn nur kurz haltbare, gehamsterte Waren weggeworfen werden. Auch im Ministerium von Julia Klöckner heißt es, man könne eben nur die derzeitige Lage betrachten, alles andere sei spekulativ.

          Teile aus China werden nicht geliefert

          Dasselbe hört man aus dem Wirtschaftsministerium. Dort wird mittelfristig eine angespannte Situation vor allem für die Elektro- und für die Autobranche erwartet. Auch Unternehmen, die mit Elektrotechnik und Maschinenbau ihr Geld verdienen, müssen mit Problemen rechnen, weil Teile aus China nicht wie sonst zugeliefert werden. Unternehmen versuchten jetzt, manches mit Lagerbeständen auszugleichen oder Lieferanten in anderen Ländern zu finden.

          Schneller zeigen sich die Folgen der Pandemie an Schulen und Kitas. Diese bleiben von nächster Woche an in allen Bundesländern geschlossen. Für Schulleiter, Lehrer und Eltern herrschte am Wochenende große Unklarheit darüber, wie es weitergeht. Hessische Lehrer konnten den Schülern beim Abschied am Freitagmittag noch nicht sagen, ob sie einander am Montag oder erst nach den Osterferien wiedersehen, weil es noch keinen Beschluss gab. Also wurden vorsichtshalber alle Bücher und Hefte aus den Fächern geräumt und eingepackt.

          Nachmittags folgten E-Mails der Klassenlehrer und Schulleitungen an die Eltern mit Informationen, über welche digitale Plattform, zum Beispiel Moodle, künftige Aufgaben im Fall des Falles abrufbar seien, da eine Schließung als wahrscheinlich galt. Viele dieser Mails endeten mit den Worten: „Bleiben Sie gesund!“ Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier gab dann am frühen Freitagabend bekannt, dass Hessen den regulären Schulbetrieb aussetzt.

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