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Wildtierhandel in China : Lebende Pfauen und Füchse

Geschlossen wegen Corona: Der Huanan-Markt in Wuhan wird bewacht, seit hier das neuartige Virus mutmaßlich von Tieren auf Menschen übergesprungen ist. Bild: AFP

Der Ausbruch des Coronavirus hängt wohl mit dem lukrativen Wildtierhandel in China zusammen. Es ist ein Milliardengeschäft. Auch das Sars-Virus trat 2002 zuerst bei Händlern von Wildtieren auf.

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          Lebende Wolfswelpen, Pfauen und Larvenroller, eine Schleichkatzenart, hatte der Händler im Angebot. Auch Füchse, Riesensalamander und Krokodilfleisch. So stand es bis zum Neujahrstag auf der Preistafel eines Verkaufsstands namens Dazhong. Der Laden befand sich in jenem Großmarkt in Wuhan, wo das neu entdeckte Coronavirus vermutlich auf den Menschen übergesprungen ist.

          Friederike Böge
          Politische Korrespondentin für China, Nordkorea und die Mongolei.

          Darauf deutet nicht nur die Tatsache hin, dass 27 der 41 Personen, die sich anfangs mit dem Virus infiziert haben, Verkäufer oder Kunden des Huanan-Markts waren. Forscher des Zentrums für Krankheitsbekämpfung, des chinesischen Pendants zum Robert-Koch-Institut, fanden Nukleinsäure des neuartigen Coronavirus auch in Tierprodukten von dem Markt. Genauer gesagt in 33 von 585 Proben, die sie an 22 Verkaufsständen und in einem Müllcontainer gesammelt haben. Auf Basis dieser Untersuchung kamen die Wissenschaftler zu dem Schluss, „dass es in hohem Maße wahrscheinlich ist, dass der Ausbruch mit dem Wildtierhandel zusammenhängt“. Virologen überrascht das nicht.

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