https://www.faz.net/-guw-aiev6

B.1.1.529 : WHO stuft neue Corona-Variante als „besorgniserregend“ ein

  • Aktualisiert am

Europa zieht Konsequenzen

Die EU-Staaten hatten kurz vor der Entscheidung der WHO bis auf Weiteres sämtliche Einreisen aus dem südlichen Afrika verboten. Passagiere, die noch unterwegs sind, müssen sich in Quarantäne begeben. Das beschlossen die Staaten am Freitagnachmittag in einer Dringlichkeitssitzung, wie die slowenische Ratspräsidentschaft mitteilte.

Wissen war nie wertvoller

Lesen Sie jetzt F+ 30 Tage kostenlos und erhalten Sie Zugriff auf alle Artikel auf FAZ.NET.

JETZT F+ LESEN

Das Verbot trifft sieben Länder, darunter Südafrika, Simbabwe, Namibia und Mosambik. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte auf entsprechende Schritte gedrungen. Man nehme die neue Mutante B.1.1.529 „sehr ernst“, sagte sie nach Gesprächen mit Wissenschaftlern und Impfstoffherstellern. Man müsse durch Schutzmaßnahmen „Zeit für weitere Impfungen und Auffrischungen“ gewinnen und dafür, die Impfstoffe anzupassen. Auch die Schweiz verbot Flüge aus der Region des südlichen Afrikas für unbestimmte Zeit.

In der Europäischen Kommission war von einer sehr besorgniserregenden Entwicklung die Rede. Erste Analysen deuteten darauf hin, dass die verfügbaren Impfstoffe gegen die neue, stark veränderte Mutante nicht wirksam seien. Sie sei zwar voraussichtlich nicht tödlicher als die Delta-Variante, doch müsse man nun alles tun, um die Ausbreitung einzudämmen und eine weitere Belastung des Gesundheitssystems zu vermindern. Auch die USA und Kanada werden wegen der neuen Variante des Coronavirus Einreisen aus dem südlichen Afrika einschränken.

In Deutschland tritt die Regelung in der kommenden Nacht in Kraft. Fluggesellschaften dürften im Wesentlichen nur noch deutsche Staatsbürger oder in Deutschland lebende Personen nach Deutschland befördern. Für Einreisende gälte eine zweiwöchige Quarantänepflicht, die auch nicht durch negative Tests verkürzt werden kann. „Das Letzte, was uns jetzt noch fehlt, ist eine eingeschleppte neue Variante, die noch mehr Probleme macht“, sagte Spahn.

Wegen der Variante beschränkt die Bundesregierung die Einreise aus insgesamt acht Ländern der Region drastisch. Südafrika, Namibia, Simbabwe, Botsuana, Mosambik, Eswatini, Malawi und Lesotho werden ab Sonntag um 0 Uhr als Virusvariantengebiete eingestuft, wie das Robert Koch-Institut am Freitag mitteilte.

Die Reaktion vieler europäischer Länder auf die neu entdeckte Variante des Coronavirus ist nach Ansicht des südafrikanischen Gesundheitsministers „unberechtigt“. Bisher sei es unklar, ob die Variante B.1.1.529 ansteckender sei als andere Varianten, sagte Joe Phaahla am Freitagabend während einer virtuellen Pressekonferenz.

Maßnahmen wie Einreiseverbote würden völlig gegen existierende Normen und Standards der Weltgesundheitsorganisation verstoßen, sagte Phaahla. Man habe mit den Mitteilungen am Donnerstag lediglich Erkenntnisse südafrikanischer Wissenschaftler schnellstmöglich teilen wollen. Auch sei ungeklärt, ob Corona-Impfstoffe gegen die neu entdeckte Virusvariante weniger wirksam sein könnten.

Weitere Themen

Topmeldungen

Auf dass die Kurse steigen mögen: der Bulle als Symbol für den Aufwärtstrend an der Börse.

Hohes Risiko : Die Lieblingsaktien der Deutschen

Biontech, Tesla, Curevac – die Privatanleger hierzulande stecken ihr Geld am liebsten in gewagte Investments. Nicht immer ist ihnen das Glück dabei hold.
Sie sieht das Ansteckungsrisiko auch für Dreifachgeimpfte: Die Frankfurter Virologin Sandra Ciesek

Virologin Ciesek warnt : „Ansteckungsrisiko so hoch wie nie“

Die Infektionszahlen sind so hoch wie nie. Die Gefahr einer Ansteckung rückt damit näher, warnt die Frankfurter Virologin Sandra Ciesek. Doch die neuen Quarantäneregeln für Geboosterte passen nicht dazu.