https://www.faz.net/-guw-9ylqp

Mehr als 20.000 Fälle : WHO besorgt über Anstieg der Corona-Fälle in Afrika

  • Aktualisiert am

In Mombasa, Kenia müssen Menschen auf dem Weg zum Hafen durch eine automatische Desinfektions-Installation. Bild: dpa

Die Weltgesundheitsorganisation hat dazu aufgerufen, afrikanische Länder stärker im Kampf gegen das Coronavirus zu unterstützen. Entwicklungsminister Müller meint, die Pandemie berge in Afrika Risiken „bis hin zum Staatsverfall“.

          2 Min.

          Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) blickt mit großer Sorge auf die schnelle Ausbreitung des Coronavirus in Afrika. In der vergangenen Woche habe sich die Zahl der Infizierten auf dem Kontinent um 51 Prozent erhöht, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Freitag bei einer Online-Pressekonferenz. Die Zahl der Todesopfer sei um 60 Prozent gestiegen. Angesichts des Mangels an Corona-Tests gebe es aber wohl eine hohe Dunkelziffer.

          Die Zahl der bestätigen Corona-Fälle in Afrika liegt bei fast 20.000. Dabei meldete Algerien 364 Tote im Zusammenhang mit dem Virus, in Ägypten wurden 205 Todesfälle verzeichnet und in Marokko starben mindestens 135 Infizierte.

          Die WHO rief dazu auf, die afrikanischen Länder im Kampf gegen die Pandemie finanziell und durch die Lieferung medizinischer Ausrüstung zu unterstützen. Die Ausbreitung des Virus in Afrika könne noch unter Kontrolle gebracht werden, sagte der WHO-Direktor für Notfälle, Michael Ryan. Um dies zu erreichen, müssten die Anstrengungen zur Bekämpfung des Coronavirus aber intensiviert werden.

          Bundesentwicklungsminister Gerd Müller plädiert derweil  dafür, die Weltgesundheitsorganisation WHO zu einer Art Weltpandemiezentrum auszubauen. „Diese Pandemie ist nicht die letzte“, warnte der CSU-Politiker am Samstag im Deutschlandfunk. Und für einige afrikanische Länder berge die aktuelle Corona-Seuche Risiken bis hin zum Staatsverfall.

          Man müsse neue Gesundheitsgefahren schnell erkennen und die Beschaffung von Medikamenten und Impfkampagnen weltweit koordinieren. „Dafür hat die WHO gute Voraussetzungen und ist die Organisation“, sagte Müller. Er hoffe, dass Washington das auch einsehe, da das Virus gerade in den Vereinigten Staaten „so massiv die Bevölkerung“ treffe. „Die Strukturen der WHO sind weltweit funktionsfähig.“

          Der amerikanische Präsident Donald Trump hatte die Finanzierung der WHO eingestellt und der Organisation Chinahörigkeit vorgeworfen. Müller regte als Konsequenz an, die WHO stärker staatlich zu finanzieren und von Spenden unabhängiger zu machen. Zudem müsse man Menschen- und Tiergesundheit in einem Ansatz vereinen und mit den besten Forschern international angehen. Das Corona-Virus sei vom Tier auf den Menschen gesprungen und es gebe mindestens 40 derart gefährlicher Viren. Daraus müsse man Konsequenzen ziehen.

          100 Intensivbetten für ganz Äthiopien

          Mit ihrer bestehenden Gesundheitsstruktur hätten viele afrikanische Länder keine Chance, das Virus zu bekämpfen, sagte der CSU-Politiker. So habe Äthiopien mehr Einwohner als Deutschland, aber nur 100 Intensivbetten. Bei einer Ausbreitung des Virus wie in Deutschland könne es dort Hunderttausende Tote geben.

          Die Regierungen in Afrika hätten aus Ebola Konsequenzen gezogen und man könne bei der Corona-Seuche auf den Einfluss des Klimas und der Altersstruktur hoffen. Doch es gehe in Afrika nicht nur die um die Bekämpfung der Pandemie. „Es erwachsen daraus Spannungen, Unruhen, Hunger, bis hin zur Gefahr des Staatsverfalls in bestimmten Regionen.“

          Weitere Themen

          Die schnellste Mülltonne auf zwei Rädern Video-Seite öffnen

          Neuer Weltrekord : Die schnellste Mülltonne auf zwei Rädern

          Am Sonntag wurden in England zwei ungewöhnliche Weltrekorde gebrochen. Die weltweit schnellste Mülltonne auf zwei Rädern hat nun offiziell der handwerklich begabte Andy Jennings gefahren. Im Wheelie-Fahrstil schaffte Jennings eine Geschwindigkeit von 69,2 Stundenkilometern Die Mülltonne hatte er mit einem Motorradmotor und Teilen eines Mobilitätsrollers konstruiert.

          Topmeldungen

          Steuern des Präsidenten : Wie viel Geld hat Trump noch?

          Donald Trump soll in den vergangenen Jahren kaum Steuern gezahlt haben. Finanziell gehe es ihm nicht gut, heißt es in einem Medienbericht. Er habe Hunderte Millionen Dollar Schulden – und es könnten noch mehr werden.
          Aserbaidschanische Soldaten schießen auf die Kontaktlinie der selbsternannten Republik Nagornyj Karabach – Aufnahme aus Filmmaterial, das das aserbaidschanische Verteidigungsministerium am Sonntag veröffentlicht hat

          Konflikt um Nagornyj Karabach : Jeder feiert seine Erfolge

          Bei den neu entflammten Kämpfen in Nagornyj Karabach ist die Propaganda ein wichtiges Mittel. Doch die Parteien erhalten auch international Hilfe – aus Russland und der Türkei.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.