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Corona-Infektionen weltweit : Nächtliche Ausgangssperre in Melbourne verhängt

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Menschenleer: In Melbourne gilt von Sonntag an jeden Abend ab 20 Uhr eine Ausgangssperre. Bild: EPA

Australiens zweitgrößte Stadt macht ernst: ab 20 Uhr darf keiner mehr raus, Einwohner dürfen nur einmal am Tag einkaufen. Unterdessen melden Mexiko und die Philippinen neue Höchstwerte bei den Corona-Neuinfektionen.

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          In Australiens zweitgrößter Stadt Melbourne ist wegen der Corona-Pandemie eine nächtliche Ausgangssperre angekündigt worden. Der Regierungschef des Bundesstaates Victoria, Daniel Andrews, sagte Journalisten, die Ausgangssperre solle von Sonntag an jeden Abend um 20.00 Uhr (Ortszeit) beginnen. Sie gelte jeweils bis 5.00 Uhr des Folgetags. Ausnahmen gibt es für Menschen, die zur Arbeit oder von dort nach Hause fahren oder die sich um jemand anderen kümmern.

          Einwohner Melbournes dürfen nur noch einmal am Tag Einkaufen und nicht mehr als eine Stunde draußen Sport machen, und das nur im Umkreis von fünf Kilometern um ihr Zuhause. „Das sind große Schritte, aber sie sind notwendig“, sagte Andrews. In der Metropole Melbourne gelten bereits seit Wochen strikte Einschränkungen. Andrews erklärte nun auch den Katastrophenzustand, womit die Polizei und andere Behörden zusätzliche Befugnisse erhalten.

          Der besonders schwer von der Corona-Pandemie betroffene Bundesstaat Victoria hatte am Donnerstag die bisher höchste Anzahl Neuinfektionen seit Beginn der Krise verzeichnet. Innerhalb von 24 Stunden kamen 723 Fälle hinzu. Am Sonntag meldete Andrews 671 neue Fälle innerhalb eines Tages. Victoria hat rund 6,7 Millionen Einwohner.

          Neue Höchstwerte in Mexiko und auf den Philippinen

          Den zweiten Tag in Folge hat derweil Mexiko einen neuen Höchstwert bei den täglichen Corona-Neuinfektionen gemeldet. Innerhalb der vergangenen 24 Stunden seien 9556 neue Fällen registriert worden, gaben die mexikanischen Behörden am Samstag bekannt. Die Gesamtzahl der Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus liegt demnach bei über 434.000. Mehr als 47.400 Menschen starben in dem mittelamerikanischen Land an den Folgen der Viruserkrankung.

          Von Freitag auf Samstag starben nach Behördenangaben allein 764 Menschen. In den vorherigen 24 Stunden hatte das Land bereits mehr als 8400 neue Infektionsfälle gemeldet.

          Auch auf den Philippinen breitet sich das Coronavirus weiter rasant aus. Mit 5032 Neuinfektionen meldet das Gesundheitsministerium abermals einen Tageshöchstwert. Die Gesamtzahl der nachgewiesenen Ansteckungen stieg damit auf 103.185. Die Zahl der Todesfälle erhöhte sich um 20 auf 2059. Präsident Rodrigo Duterte will im Tagesverlauf mit einigen Ministern über strengere Lockdown-Maßnahmen für die Hauptstadt Manila beraten.

          Situation in 25 iranischen Provinzen „besorgniserregend“

          Unterdessen hat Iran die höchste Zahl neuer Ansteckungen mit dem Coronavirus seit drei Wochen verzeichnet. In den vergangenen 24 Stunden seien 2685 Neuinfektionen festgestellt worden, sagte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums in Teheran am Sonntag. Demnach ist die Situation in 25 der 31 iranischen Provinzen „besorgniserregend“.

          208 weitere Menschen seien an den Folgen der Infektion gestorben, sagte die Sprecherin weiter. Die offizielle Gesamtzahl der Corona-Toten im Iran stieg damit auf 17.190, die Zahl aller Infektionsfälle liegt nun bei knapp 310.000. Nach einem vorübergehenden Rückgang bei den Corona-Fällen im April verzeichnet der Iran seit Juni wieder Infektions- und Todesfallzahlen in Rekordhöhe.

          Die Ministeriumssprecherin hob die Situation in der zentraliranischen Provinz Ghom hervor und warnte, „dass eine Verharmlosung der Situation und eine laxe Einhaltung der Gesundheitsprotokolle zu einer Verschlimmerung des Ausbruchs in der Provinz führen könnten“. Ghom war bereits im Februar und März die am stärksten betroffene Provinz. Außerdem warnte die Sprecherin vor Reisen nach Masandaran, einem beliebten Touristenort im Norden.

          Um die Ausbreitung des Virus einzudämmen, hat die Regierung verschiedene restriktive Maßnahmen wie eine Maskenpflicht in geschlossenen Räumen erlassen. Eine landesweite Ausgangssperre wurde hingegen nie verhängt. Auf Provinzebene können die Behörden strengere Regeln festlegen.

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