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Folge der Coronakrise : Amerika schickt weniger Truppen zu Manöver

  • Aktualisiert am

Ein amerikanischer und ein britischer Soldat im Februar in Brandenburg Bild: dpa

20.000 amerikanische Soldaten sollten eigentlich nach Europa verlegt werden. Wegen des Coronavirus wird diese Zahl nun reduziert. Das ändere aber nichts an der Einsatzbereitschaft.

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          Die Vereinigten Staaten haben angekündigt, das geplante Verlegemanöver „Defender 2020“ der Streitkräfte drastisch zu reduzieren. Das teilte das Hauptquartier des amerikanischen Kommandos in Europa in Wiesbaden in der Nacht mit. Im Rahmen der Übung sollten in den kommenden Wochen etwa 20.000 amerikanische Soldaten nach West-Europa verlegt und dann mitsamt ihren Fahrzeugen – Panzer, Geschütze, Laster - quer durch den Kontinent an die Ostflanke der Nato geführt werden. Im Baltikum, in Polen und Rumänien waren im Frühjahr Übungen mit insgesamt 37.000 Soldaten aus 18 Staaten geplant.

          Offenbar geht in der gegenwärtigen Lage Gesundheit vor Abschreckung. Im Lichte des Corona-Ausbruchs habe man „Modifizierungen“ beschlossen und werde die Zahl der Teilnehmer aus Amerika reduzieren. Auch Rahmenveranstaltungen – etwa Konzerte der Militärmusiker – werden wohl abgesagt. Möglicherweise steht das gesamte Manöver vor der Absage. An der Bereitschaft, jeder eventuellen Bedrohung oder Herausforderung entgegen treten zu können, ändere sich aber nichts, so das Oberkommando der amerikanischen Streitkräfte.

          Am Dienstag war bekannt geworden, dass der Oberkommandierende des amerikanischen Heeres in Europa, Generalleutnant Christopher Cavoli, sich in Quarantäne befindet. Er und andere ranghohe Offiziere könnten sich bei einer Nato-Tagung in Wiesbaden angesteckt haben. Bei der selben Veranstaltung könnte sich auch Polens ranghöchster Soldat infiziert haben. General Jaroslaw Mika war noch nach Polen zurückgekehrt, ehe er erkrankte.

          Erst am Mittwoch hatte Norwegen den zentralen Teil der großen internationalen Militärübung „Cold Response“ mit Tausenden Soldaten – auch aus Deutschland – wegen des Coronavirus abgesagt. Die Vereinigten Staaten und Israel hatten Anfang März das ursprünglich zweiwöchige Manöver Juniper Cobra 20 abgebrochen. Auch gemeinsame Militärübungen von Amerika und Südkorea wurden verschoben.

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