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Überfüllte Kliniken in China : Ein Patient alle drei Minuten

In China keine Seltenheit: Schlangen vor der Krankenhausanmeldung, hier im derzeit vom Coronavirus schwer gebeutelten Wuhan. Bild: Reuters

Überfüllte Kliniken, gewalttätige Angehörige, Arztkosten als Existenzbedrohung, Menschen, die sich selbst ein Bein amputieren – und nun auch noch ein unbekannter Virus: In China sollte man besser nicht krank werden.

          6 Min.

          Anfang Januar, als der Coronavirus noch nicht die Schlagzeilen dominierte, machte in China eine rührende Geschichte über eine 92 Jahre alte Ärztin die Runde im Internet. Ao Zhongfang praktiziert seit vielen Jahrzehnten im Volkskrankenhaus der Provinz Jiangsu in Nanjing, 300 Kilometer von Schanghai entfernt. In der Familie gibt es Ärzte seit drei Generationen; Aos Enkelin arbeitet als Medizinerin am Krankenhaus der Harvard-Universität in Amerika. Daheim in China empfängt die Großmutter noch heute 600 Patienten in der Woche.

          Hendrik Ankenbrand

          Wirtschaftskorrespondent für China mit Sitz in Schanghai.

          600 Patienten? Die Zahl war zwar nicht der Kern der Erzählung. Doch über Chinas Gesundheitssystem, dem aktuell durch die sich ausbreitende Lungeninfektionskrankheit die nächste Riesenherausforderung droht, sagt sie viel aus: 600 Patienten an den vier Tagen, an denen Ao nach eigenen Angaben arbeitet, bedeutet umgerechnet 150 Patienten an einem Tag. In acht Arbeitsstunden wäre das im Schnitt ein Patientengespräch alle drei Minuten.

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