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Gefahren einer Sepsis : Wer abwartet, stirbt

Auch die meisten Menschen, die an Covid-19 sterben, erliegen nach Angaben eines Fachmanns am Ende einer Sepsis als Folge ihrer Infektion. Bild: dpa

20.000 vermeidbare Todesfälle in Deutschland: Die Gefahren einer Sepsis werden immer noch unterschätzt. Selbst ein Arzt wäre an der Krankheit fast gestorben.

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          Zuerst hatte Klaus-Ulrich Oehler nur eine kleine Schwellung am Unterarm. Etwa so groß wie ein Wespenstich und ebenso unspektakulär wie die kleine Wunde, um die herum sich die Schwellung gebildet hatte. Am nächsten Tag war ihm ein bisschen schwindelig. Oehler, Arzt für Neurologie in Würzburg, markierte den Umfang der Schwellung mit einem Stift. Bald darauf hatte er Fieber, 39,6. Die Schwellung hatte zugenommen.

          Karin Truscheit

          Redakteurin im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Oehler ging sofort in die Notaufnahme der Unfallchirurgie. Er stellte sich mit den Worten „Ich brauche ein Antibiotikum, ich bekomme eine Sepsis.“ vor. Oehler hatte alles richtig gemacht. Was dann jedoch folgte, ist exemplarisch für die Missstände in der frühzeitigen Erkennung von Sepsis-Patienten in Deutschland. Missstände, die nach Einschätzung von Fachleuten dazu führen, dass jährlich rund 20.000 Menschen an der Krankheit sterben, obwohl sie die Sepsis bei frühzeitiger Diagnose und Behandlung hätten überleben können. 20.000 vermeidbare Todesfälle – ungefähr so viele Einwohner wie die bayerische Stadt Traunstein.  

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