https://www.faz.net/-guw-9zgyx

Masken sind unbedenklich : Keine Angst vor Segelohren

Das Ohr ist sehr stabil. Auch temporäres Verbiegen kann ihm nichts anhaben. Bild: dpa

Wer einen Mundschutz trägt, kann zeitweise abstehende Ohren haben. Und mag sich fragen: Bleibt das so?

          1 Min.

          Nach Corona wird die Welt eine andere sein. Das hört man immer wieder. Doch wie genau wird diese Welt aussehen? Wie werden wir in dieser Welt aussehen? Kugelig rund von exzessiven Kochabenden oder gestählt von täglichem Youtube-Workout? Sind alle Kleidungsstücke neben der Jogginghose schon im Second-Hand-Laden gelandet? Und werden wir alle Segelohren haben?

          Anna Vollmer
          Redakteurin im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.

          Besonders Brillenträgern ist das Problem bekannt: Wer eine Maske trägt, die hinter den Ohren befestigt ist und dazu noch eine Brille, hat schnell den Dumbo-Look. Das ist nicht weiter schlimm, denn keiner ist schick mit Maske und der Zweck heiligt in diesem Fall die Mittel. Doch manch einer mag sich besorgt fragen, ob das nun auch so bleibt. Die Erfahrung spricht dagegen. Bei zahlreichen Arztbesuchen in der Vergangenheit waren die Behandelnden eigentlich nie durch Segelohren aufgefallen – obwohl sie ja öfter und länger Mundschutz tragen, als wir das je tun werden. Das kann Thomas Deitmer, Generalsekretär der Gesellschaft für Hals-, Nasen- und Ohren-Heilkunde bestätigen: „Ich habe vierzig Jahre mit Mundschutz im OP gestanden und bisher keine Veränderungen an meinen Ohren festgestellt.“ Wäre das anders, sagt Deitmer, müssten Segelohren bei medizinischem Personal ja eine Art Berufskrankheit sein.

          Das Ohr, so der Mediziner, sei aber sehr stabil. Segelohren habe man, oder eben nicht, dass man sie im Laufe des Lebens bekommen könne, davon habe er noch nie gehört. Das gelte auch für Kinder. Allein bei Babys seien die Knorpel noch formbar: „Wenn Babys bei der Geburt sehr stark abstehende Ohren haben, dann kann man das in den ersten Monaten noch relativ gut beheben, indem man sie mit einem Spezialverband leicht an den Kopf drückt.“ Das gehe aber wirklich nur bei ganz kleinen Kindern. Selbst wenn sich die Naht nach einer Ohrenanlegung bei älteren Kindern oder Erwachsenen wieder öffne, kehre das Ohr eigentlich immer an seinen angestammten Platz zurück, weil der Knorpel sehr elastisch sei.

          Sorgen muss sich also niemand machen. Und Eitelkeit kann nicht als Ausrede dafür herhalten, dass man keinen Mundschutz tragen möchte.

          Weitere Themen

          Bergziege tötet Grizzlybärin in Rocky Mountains

          Kanada : Bergziege tötet Grizzlybärin in Rocky Mountains

          Bergziegen werden in Kanada vor allem von Grizzlybären gerissen. Bei einer Anfang September in den Rocky Mountains aufgefundenen toten Bärin hat eine Bergziege den Spieß aber offenbar umgedreht.

          Topmeldungen

          Laschet und Merkel in Stralsund am Dienstagabend

          Merkel und Laschet : Kann er Ostsee?

          In Stralsund macht Angela Merkel Wahlkampf mit Parteifreunden. Der eine will ihren Platz im Wahlkreis einnehmen – der andere jenen im Kanzleramt.
          Idar-Oberstein: Blumen und Kerzen sind vor der Tankstelle aufgestellt, in der ein Angestellter erschossen wurde.

          Idar-Oberstein : Allgegenwärtige Enthemmung

          Aus den widerlichen Reaktionen im Netz ist nicht auf das Tatmotiv in Idar-Oberstein zu schließen. Man muss aber nicht nach Idar-Oberstein schauen, um zu wissen, dass jeder „Extremismus“ in Bestialität enden kann.
          Der französische Präsident Emmanuel Macron am 7. September in Paris

          U-Boot-Streit mit Amerika : Warum Frankreich den Eklat herbeiführte

          Im U-Boot-Streit mit Amerika, Großbritannien und Australien hat Paris seine Botschafter aus Washington und Canberra zurückberufen. Im Gespräch mit der F.A.Z. erklären beide die Hintergründe und, wie sich die NATO aus ihrer Sicht ändern muss.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.