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Vorbild Südkorea : Virologe: Corona-Tests könnten deutlich ausgeweitet werden

  • Aktualisiert am

Virologe Hendrik Streeck spricht sich für mehr Corona-Tests aus Bild: Katharina Wislsperger / UK Bonn

Für die klassischen Corona-Tests fehlen in Deutschland viele Materialien. Der Bonner Virologe Hendrik Streeck spricht sich für kreative Lösungen aus.

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          Die Kapazitäten für Corona-Tests könnten in Deutschland nach Überzeugung des Bonner Virologen Hendrik Streeck deutlich erweitert werden. Zwar fehlten für die klassischen Tests viele Materialien - dafür könnten kreative Lösungen helfen, sagte der Virologie-Professor am Freitag in Düsseldorf.

          So werde etwa ausprobiert, ob etwa genetische Tests in großem Stil umfunktioniert werden könnten, um gleichzeitig auch das Virus nachzuweisen. „Wir glauben, wir befinden uns auf einem guten Weg.“ Ebenso könnten in einem Reagenz-Röhrchen mehrere Personen auf bestimmte Erkrankungen getestet und Corona-Infizierte bei positivem Ergebnis einzeln herausgefiltert werden. „Ich glaube, es ist möglich, die Kapazitäten sehr hoch zu fahren“, sagte Streeck. Viele Universitäten arbeiteten an neuen Test-Möglichkeiten.

          Das massenhafte Testen in Südkorea habe gezeigt, dass es darüber möglich sei, die Zahl der Neuinfektionen auf ein Minimum zu drücken. Allerdings seien dort auch Handy-Daten ausgelesen worden, um Kontaktketten nachzuverfolgen. Dies sei in Deutschland nicht möglich. „Aber es hat gezeigt, dass es funktioniert.“

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          Mit einer Studie im Kreis Heinsberg will Streeck an 1000 Personen die Corona-Infektionsketten und die vermutlich hohe Dunkelziffer erforschen. Das Virus hinterlasse einen Fußabdruck im Blut, erklärte er. Darüber hinaus solle aufgeklärt werden, warum Menschen, die dort dieselbe Karnevalsveranstaltung besucht hatten, sich teils infiziert hätten und teils nicht. Vor allem müsse erforscht werden, woran es konkret gelegen habe, dass manche an dem Virus gestorben seien und andere nicht.

          Auch zum Immunschutz nach einer Corona-Infektion gebe es noch viel Forschungsbedarf, sagte Streeck. „Es gibt blinde Flecken in den Erkenntnissen.“ Derzeit könne nicht belastbar gesagt werden, ob und wie lange ein solcher Schutz wirke.

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