https://www.faz.net/-guw-9ygx5

Viele Corona-Tote : Durchsuchungen in Altenheimen in Mailand

  • Aktualisiert am

Ein Polizist in Mailand an einem Checkpoint Bild: EPA

Bei Razzien in Mailänder Altenheimen haben Ermittler Dokumente und E-Mails beschlagnahmt. Es geht um Vorwürfe der schuldhaften Ausbreitung der Epidemie und um Totschlag.

          1 Min.

          Wegen auffallend vieler Corona-Opfer in Altenheimen haben Ermittler in Mailand mehrere Einrichtungen durchsucht. Bei den Razzien vom Dienstag seien Dokumente und E-Mails beschlagnahmt worden, schrieb die Nachrichtenagentur Ansa. Dabei habe es sich etwa um Unterlagen zu Virus-Abstrichen und die Nutzung von Mundschutz gehandelt. Zudem seien Schriftwechsel mit den Behörden der Lombardei über den Umgang mit Heimbewohnern und Patienten sichergestellt worden. Es geht um Vorwürfe der schuldhaften Ausbreitung der Epidemie und um Totschlag.

          Die Staatsanwaltschaft in Mailand hatte vor einigen Tagen Ermittlungen zu mehreren Heimen aufgenommen. Es hatte Anzeigen und Hinweise von Familienangehörigen und Mitarbeitern gegeben, wie Medien schrieben. Eine besonders große Seniorenanlage, in der am Dienstag Durchsuchungen liefen, ist das „Pio Albergo Trivulzio“. Zeitungen sprachen von mehr als 100 „unklaren“ Todesfällen. Die Heimleitung habe die Vorwürfe zurückgewiesen und erklärt, man habe sich an die Vorgaben der Behörden gehalten, berichtete Ansa.

          In Italien war Kritik am Umgang verschiedener Krankenhäuser und Heime mit der Krise laut geworden. Der Vizepräsident der Region Lombardei, Fabrizio Sala, hatte erklärt, es sei eine Kommission zur Aufklärung eingerichtet worden. Staatsanwälte ermitteln zudem laut Ansa gegen Unbekannt in einer Klinik in Alzano Lombardo bei Bergamo.

          In der Lombardei sind besonders viele Menschen im Zusammenhang mit Sars-Cov-2 gestorben. In ganz Italien übersteigt die Totenzahl inzwischen 20.000.

          Die Fünf-Sterne-Bewegung, die in Rom mit in der Regierung sitzt, hatte auch eine Entscheidung der Region kritisiert, die Krankenhäuser zu entlasten, indem Covid-19-Patienten in Alterseinrichtungen geschickt worden seien.

          Weitere Themen

          Lemuren und Feldhamster vom Aussterben bedroht Video-Seite öffnen

          Rote Liste der Naturschutzunio : Lemuren und Feldhamster vom Aussterben bedroht

          Lemuren gehören zu den jüngsten Opfern des weltweiten Artensterbens: 103 der 107 noch existierenden Arten sind laut Weltnaturschutzunion gefährdet. Auch andere Arten sind laut aktualisierte Rote Liste der bedrohten Arten der Weltnaturschutzunion vom Aussterben bedroht.

          Topmeldungen

          Der türkische Präsident Erdogan mit seiner Frau Emine Ende März 2018 in der Hagia Sophia

          Debatte um Hagia Sophia : Erdogan, der „zweite Eroberer Istanbuls“?

          Die Hagia Sophia in Istanbul kann wieder eine Moschee werden. In der Türkei gibt es keinen Zweifel, dass Präsident Erdogan bald ein entsprechendes Dekret unterzeichnet. Seine Kritiker sehen die Debatte als nationalistische Selbstinszenierung – und als Ablenkungsmanöver.
          Der Angeklagte im Landgericht in Ellwangen

          In Rot am See : 15 Jahre Haft für Angeklagten nach Sechsfachmord

          Eine Familie kommt in einem Haus in Rot am See zur Trauerfeier zusammen. Dann knallt es plötzlich im Obergeschoss, immer wieder fallen Schüsse. Am Ende sind sechs Menschen tot. Auf den 27 Jahre alten Schützen wartet nun eine lange Haftstrafe.

          Nach Corona-Ausbruch : Tönnies beantragt Lohnzahlung vom Land

          Deutschlands größter Fleischbetrieb und mehrere seiner Subunternehmer haben beantragt, dass ihnen das Land Teile der Löhne für die Quarantänezeit erstattet. Die Aussicht auf Erfolg ist gering.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.