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„Tragt eine Maske“ : Amerikaner bereut öffentlich Partybesuch – und stirbt einen Tag später

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Ein Schild im kalifornischen Beverly Hills erinnert die Menschen daran, in der Öffentlichkeit eine Maske zu tragen. Bild: AP

Nach monatelanger Isolation will ein Mann aus Kalifornien mit Freunden grillen. Dort infiziert er sich mit dem Coronavirus. Einen Tag, bevor er stirbt setzt er noch einen reumütigen Post bei Facebook ab.

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          In Amerika, wo die Zahl der Corona-Fälle seit Wochen dramatisch steigt, sorgt die tragische Geschichte eines Truck-Fahrers für Aufsehen, der seinen Leichtsinn in der Pandemie öffentlich bereut hat. Der 51 Jahre alte Mann aus Kalifornien starb laut mehreren Medienberichten am 21. Juni an den Folgen seiner Corona-Erkrankung. Nur einen Tag zuvor hatte er auf Facebook öffentlich seine Teilnahme an einer Party bereut, bei der er sich mutmaßlich angesteckt hatte.

          Der Schwager des Verstorbenen, Gustav Lopez, sagte gegenüber dem amerikanischen Nachrichtensender CNN, dass Thomas Macias seit Beginn der Pandemie selten das Haus verlassen habe, unter der Distanz zu Freunden und Familie aber gelitten hätte. Da Kalifornien zu diesem Zeitpunkt anfing, erste Lockerungen umzusetzen, entschloss sich Macias nach monatelanger Isolation zu dem Besuch einer Grillparty bei Freunden im südkalifornischen Lake Elsinore.

          Einer der Gäste war im Vorfeld nach Angaben von Lopez positiv auf das Coronavirus getestet worden – und wusste wohl auch um seine Erkrankung. Da er aber keine Symptome gehabt habe, habe er niemandem davon erzählt und auch sonst keine Sicherheitsvorkehrungen während der Grillparty getroffen. Die Gäste trugen nach Angaben der Washington Post keine Masken und hielten keinen Abstand. Im Anschluss an die Feier habe der erkrankte Freund die anderen Gäste kontaktiert und ihnen empfohlen, sich aufgrund des Kontakts mit ihm testen zu lassen. Das taten viele – am Ende hatten sich mehr als ein Dutzend der Partygäste tatsächlich angesteckt, berichtet Lopez.

          Unter ihnen auch Thomas Macias, der aufgrund seiner Diabetes-Vorerkrankung zur Risikogruppe gehörte. Laut CNN ließ er sich am 15. Juni testen, erhielt am 18. Juni das positive Ergebnis und starb nur drei Tage später an den Folgen des Virus, wie eine örtliche Behörde demnach bestätigte. Kurz zuvor war der Truck-Fahrer wegen Atemproblemen ins Krankenhaus eingeliefert worden.

          Einen Tag vor seinem Tod hatte der 51-Jährige bei Facebook geschrieben: „Ich bin vor einigen Wochen ausgegangen... wegen meiner Dummheit habe ich meine Mutter und Schwestern und die Gesundheit meiner Familie gefährdet. Das war eine sehr schmerzhafte Erfahrung. Das ist kein Scherz. Wenn ihr rausgehen müsst, tragt eine Maske, betreibt Social Distancing... Hoffentlich werde ich das mit Gottes Hilfe überleben.“

          Seit Tagen steigen die Infektionszahlen in Amerika, mit insgesamt mehr als 2,7 Millionen bestätigten Covid-19-Fällen und mehr als 50.000 Neuinfektionen am Tag ist das Land weltweit am stärksten von der Pandemie betroffen. Die Entwicklung wird neben den frühen Lockerungen auch der mangelnden Bereitschaft unter Amerikanern zugeschrieben, Schutzmasken in der Öffentlichkeit zu tragen und Abstandsregeln einzuhalten. Erst Anfang der Woche hatte der oberste Virologe des Landes, Anthony Fauci, vor der Möglichkeit von 100.000 Neuinfektionen pro Tag gewarnt.

          Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Artikels hieß es, dass der Mann aus Florida stamme. Das war nicht korrekt. Wir haben die entsprechende Stelle inzwischen korrigiert.

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