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Nur wenige Corona-Fälle : Auf nach Mallorca und zurück ohne Quarantäne

Noch sind die Strände leer: Zwei Männer spazieren am Donnerstag in El Arenal über den Sand. Bild: dpa

Osterurlaub auf Mallorca? Die Balearen und fünf weitere spanische Regionen sind von Sonntag an keine Risikogebiete mehr. Auf den Inseln gelten immer noch strenge Regeln für Gastronomie und Ausgang in den Abendstunden.

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          Den Osterferien auf Mallorca steht für deutsche Urlauber nichts mehr im Wege. Das Robert-Koch-Institut stuft die Balearen und fünf weitere spanische Regionen nicht mehr als Risikogebiete ein. Auf der Inselgruppe lag die Sieben-Tage-Inzidenz zuletzt bei gut 20 Fällen pro 100.000 Einwohnern. Von Sonntag können deshalb deutsche Touristen nach Mallorca reisen, ohne dass sie bei ihrer Heimkehr einen negativen PCR-Test vorlegen und zehn Tage in Quarantäne müssen. Neben den Balearen sind auf dem spanischen Festland auch die Regionen Kastilien-La Mancha, Valencia, Extremadura, Rioja und Murcia keine Risikogebiete mehr.

          Hans-Christian Rößler
          Politischer Korrespondent für die Iberische Halbinsel und den Maghreb mit Sitz in Madrid.

          Die bei deutschen Reisenden beliebten Kanaren, sowie Andalusien und die Costa Brava behalten indes diesen Status bei. Wer aus einem Risikogebiet zurückkehrt, kann frühestens nach fünf Tagen mit einem negativen PCR-Test die Quarantäne verlassen. Am Mittwoch hatte schon die Schweiz ganz Spanien von ihrer Liste der Risikogebiete gestrichen.

          Mallorca und seine Nachbarinseln sind auf einen neuen Ansturm noch nicht vorbereitet. An der Playa de Palma waren bisher nur zwei Hotels geöffnet, Anfang April sollen es mehr als ein Dutzend sein. In ganz Spanien gilt weiterhin eine nächtliche Ausgangssperre. Auf den Balearen muss man um 22 Uhr zu Hause sein. Die Gastronomie muss auf den Inseln um 17 Uhr schließen. Nächste Woche öffnen die Innenräume mit 30 Prozent der Plätze. Erlaubt sind weiterhin nur Treffen von sechs Personen aus maximal zwei Haushalten. Das gilt auch für die Strände. Auch wenn der Tourismus erst langsam hochfährt, will der Reiseanbieter TUI nach eigenen Angaben den Beginn der Ostersaison auf Mallorca vorziehen. Statt wie zunächst geplant vom 27. März an, sollen nun schon am 21. März Flüge auf die Insel von Hannover, Frankfurt und Düsseldorf aus starten.

          Deutsche Touristen im Vorteil

          Die Ankündigung des RKI hat zur Folge, dass deutsche Touristen gegenüber spanischen Osterurlaubern privilegiert sind. Die Gesundheitsminister hatten in dieser Woche entschieden, dass die Spanier während der Semana Santa ihre Heimatregionen nicht verlassen dürfen. Das heißt, nur Ausländer dürfen auf die Balearen und andere Ziele auf dem Festland anfliegen. Dafür müssen sie jedoch weiterhin einen negativen PCR-Test vorlegen und sich im spanischen Einreiseportal eintragen.

          In ganz Spanien war die Sieben-Tage-Inzidenz mit 60 Neuinfektionen (Kanaren 61) pro 100.000 Einwohner am Freitag niedriger als in Deutschland (mehr als 72). Noch niedriger die Zahlen in Portugal. Darauf reagierte ebenfalls das RKI am Freitag. Der größte Teil des Landes, in dem sich die britische Mutante besonders schnell ausgebreitet hatte, gilt nicht mehr als Virusvarianten-Gebiet, sondern nur noch als Risikogebiet. Damit endet auch das Beförderungsgebot für Fluggesellschaften. Das betrifft auch Lissabon, die Algarve und Madeira. In den Regionen Alentejo, Centro und Norte sowie auf den Azoren hat sich die Lage so sehr gebessert, dass sie gar keine Risikogebiete mehr sind.

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