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BaWü und Hessen impfen wieder : Kassenärzte fordern STIKO-Empfehlung für dritte Impfung

  • Aktualisiert am

In Israel sind die Drittimpfungen, wie hier in Tel Aviv am 30. August, bereits gestartet. Die Kassenärzte fordern jetzt auch von der Stiko Klarheit zu den „Boostern“. Bild: Reuters

Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt bei 75,7 und schwankt leicht. Die Hospitalisierungs-Inzidenz dagegen steigt stetig. Lambrecht äußert sich zur Impfabfrage bei Arbeitnehmern. Und Deutschlands größtes Impfzentrum schließt.

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          Die Kassenärzte fordern eine Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) für Auffrischungsimpfungen gegen das Coronavirus. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, sagte am Mittwoch im Inforadio des rbb, er hoffe, dass die STIKO hier relativ zeitnah eine entsprechende Empfehlung formuliere. Das würde es allen einfacher machen – auch in der Diskussion mit Patienten.

          Zum Thema, wer für eine dritte Impfung in Frage käme, sagte Gassen: „Im Grundsatz geht man davon aus, dass Auffrischungsimpfungen für alle Menschen Sinn machen, die eine schwächere Immunantwort hatten und deshalb möglicherweise auch eine abfallende Impfwirkung. Das sind in der Regel hochbetagte oder immungeschwächte Personen.“ Dazu gebe es allerdings bisher noch keine klare wissenschaftliche Positionierung.

          Auch der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach forderte entsprechende Vorgaben für die sogenannten Booster-Impfungen. Die Politik müsse „jetzt eine klare Ansage machen, welche Gruppen bei den Auffrischungsimpfungen zuerst an der Reihe sind“, sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Es müsse klar sein, um welche Jahrgänge es sich handele und bei welchen Risikofaktoren eine dritte Impfung angezeigt sei.

          Zugleich verlangte Lauterbach eine Klarstellung, wer vorerst auf eine Booster-Impfung warten müsse. Ansonsten würden Menschen geimpft, „die die dritte Dosis noch gar nicht bekommen sollen. In der Folge werden diejenigen nach hinten gedrängt, die die Auffrischungsimpfung aktuell am dringendsten benötigen“, warnte der Gesundheitspolitiker und Mediziner.

          Auffrischungsimpfung startet in Baden-Württemberg und Hessen

          Baden-Württemberg prescht bereits vor: Hier werden die Auffrischungsimpfungen bereits ab heute angeboten. Für die Booster-Impfung sind zunächst nur bestimmte Personengruppen zugelassen. Impfberechtigt sind Menschen, die älter sind als 80 Jahre, Pflegebedürftige, die im eigenen Haushalt leben und Menschen mit einer Immunschwäche. Voraussetzung für die Auffrischung ist, dass die Zweitimpfung mindestens sechs Monate zurückliegt.

          Unabhängig vom Alter oder Vorerkrankungen können sich auch alle impfen lassen, die bisher ausschließlich mit einem sogenannten Vektorimpfstoff von AstraZeneca oder Johnson&Johnson geimpft worden sind. Nach Angaben des RKI sind das ungefähr 750.000 Menschen in Baden-Württemberg.

          Auch Hessen startet heute mit der Corona-Auffrischimpfung für Pflegebedürftige, Menschen mit Behinderungen sowie über 80 Jahre alte Senioren. Hier sollen die mobilen Teams der Impfzentren die Hausärzte und Pflegeeinrichtungen beim Verimpfen der Booster unterstützen.

          Inzidenz schwankt leicht

          Die Sieben-Tage-Inzidenz der Neuinfektionen ist wieder leicht angestiegen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Mittwochmorgen lag sie bei 75,7. Am Vortag war der Wert seit längerer Zeit wieder gesunken und lag bei 74,8. Vor einer Woche betrug er 61,3. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 13.531 Neuinfektionen. Vor einer Woche hatte der Wert bei 11.561 Ansteckungen gelegen.

          Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 23 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 39 Todesfälle. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.956.387 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

          Die Zahl der Genesenen gab das RKI am Mittwochmorgen mit 3.744.600 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 92.223.

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