https://www.faz.net/-guw-a7aqx

Behandlung von Covid-19 : Die Risiken der invasiven Beatmung

Die Maschine atmet für den Menschen: eine Krankenpflegerin am Bett eines Covid-Patienten auf der Intensivstation der Asklepios-Klinik in Langen Bild: Frank Röth

Intensivmediziner, Pneumologen und Anästhesisten haben in den vergangenen zehn Monaten im klinischen Alltag viel gelernt. Doch über die richtigen Behandlung schwer erkrankter Covid-Patienten wird weiter debattiert.

          7 Min.

          Zu Beginn der ersten Pandemie-phase stritten Intensivmediziner und Lungenfachärzte über die beste Behandlung schwer erkrankter Covid-Patienten. Die meisten waren von der Notwendigkeit der invasiven Beatmung überzeugt, einige Pneumologen warnten, weil sie die Risiken und Kollateralschäden – pathophysiologische Schäden – nur zu gut kennen. In dieser Woche lagen auf deutschen Intensivstationen mehr als 5660 Covid-Patienten, jeder zweite muss invasiv beatmet werden, die Reserve von mehr als 12.000 Intensivbetten schrumpft weiter. In manchen Regionen sind Intensivbetten so knapp, dass Notärzte vor den Häusern schwerkranker Patienten bis zu einer Stunde warten müssen, bis sie alle in der Umgebung liegenden Krankenhäuser abtelefoniert und ein Intensivbett gefunden haben.

          Rüdiger Soldt

          Politischer Korrespondent in Baden-Württemberg.

          Intensivmediziner, Pneumologen und Anästhesisten haben in den vergangenen zehn Monaten im klinischen Alltag viel gelernt. Thomas Voshaar, Lungenfacharzt und Chefarzt am Bethanien-Krankenhaus in Moers, hatte die Diskussion über die Form der Beatmung – per Tubus oder per Atemmaske – zu Beginn angestoßen, er sieht sich nun bestätigt. Nach seiner Auffassung basierte die überhastete „Frühintubation“, wie sie in überlasteten amerikanischen, italienischen, aber auch in einigen deutschen Kliniken Anfang 2020 praktiziert wurde, auf einem Missverständnis seiner Kollegen.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          F.A.Z. PLUS:

            Sonntagszeitung plus

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Ganz schön neblig: Der Covid-19-Impfstoff muss in Spezialkühlschränken aufbewahrt werden bei mehr als eisigen Temperaturen.

          Corona-Impfung : Was man über mögliche Nebenwirkungen weiß

          In Deutschland wird gegen Covid-19 geimpft. Die Impfstoffe sind neu und vielen nicht geheuer, sie fürchten gar Langzeitfolgen. Dabei ist über unerwünschte Begleiterscheinungen der Spritze schon viel bekannt.