https://www.faz.net/-guw-ae6g2

Inzidenz steigt auf 15,0 : Start für generelle Corona-Testpflicht bei Einreisen vorerst offen

  • Aktualisiert am

Kommt bald eine generelle Testpflicht für Reiserückkehrer? Für einen Corona-Test wird im März in Berlin bei einer Person ein Nasenabstrich genommen. Bild: dpa

Zu den Regelungen für Reiserückkehrer liefen noch interne Abstimmungen, teilt die Bundesregierung mit. Mit Blick auf die wieder steigenden Infektionszahlen spricht sich RKI-Chef Wieler dafür aus, an der Inzidenz als zentraler Größe festzuhalten.

          2 Min.

          Die Sieben-Tage-Inzidenz des Coronavirus steigt seit drei Wochen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von diesem Mittwochmorgen liegt sie nun bundesweit bei 15,0. Am Vortag betrug der Wert 14,5, beim jüngsten Tiefststand vom 6. Juli waren es 4,9. Derweil ließ die Bundesregierung den Start der geplanten generellen Corona-Testpflicht für Urlauber bei der Rückkehr nach Deutschland zunächst offen. Die stellvertretende Sprecherin Ulrike Demmer nannte keinen Termin und wies auf noch laufende interne Abstimmungen hin.

          Regelungen für Reiserückkehrer stünden auch auf der Themenliste der Corona-Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder am 10. August, äußerte sie. Was schon vorher geklärt werden könne, werde selbstverständlich geklärt. Es gelte: „Je schneller, desto besser.“

          Söder hatte Druck gemacht

          Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und Innenminister Horst Seehofer (CSU) streben an, dass künftig grundsätzlich ein negativer Test nötig sein soll – egal, von wo und mit welchen Verkehrsmitteln man kommt. Eine generelle Testpflicht bei der Einreise besteht schon für alle Flugpassagiere. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte am Dienstagabend in der ARD gesagt, der Bund habe zugesichert, er werde bis zum 1. August alles probieren, um eine einheitliche Testpflicht einzuführen, „nicht nur für Flugreisen, sondern auch beispielsweise für alles, was an normalem Autoweg oder Bahnweg kommt“.

          Für den 10. August ist eine Videokonferenz der Ministerpräsidentinnen und -präsidenten der Länder zusammen mit der Bundeskanzlerin angesetzt. Beraten wird über die künftige Strategie in der Pandemie. Zuletzt waren Debatten um mehr Freiheiten für Geimpfte sowie neue Richtwerte zur Einschätzung der pandemischen Lage aufgekommen.

          RKI-Chef Lothar Wieler sprach sich in der Diskussion weiterhin für die Inzidenz als „Leitindikator“ aus. Das geht aus einem Papier hervor, das Wieler am Montag bei einer Schaltkonferenz mit den Chefs der Staatskanzleien der Länder präsentierte. Das Papier liegt mehreren Medien und der Deutschen Presse-Agentur vor. Damit widerspricht Wieler Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU), der vor einigen Wochen erklärt hatte, dass der Inzidenzwert an Aussagekraft verliere.

          Zur aktuellen Lage heißt es in dem Papier, dass die Inzidenzen seit rund drei Wochen wieder stiegen, der Anteil der Hospitalisierungen seit rund zwei Wochen. „Die vierte Welle hat begonnen.“ Hohe Impfquoten alleine seien nicht ausreichend, die vierte Welle flach zu halten, heißt es weiter. Zusätzliche „Basisschutz-Maßnahmen“ seien notwendig, um die vierte Welle so zu senken, dass die Patientenzahlen in Krankenhäusern nicht zu hoch würden. Als Maßnahmen nennt das Papier eine Reduzierung der Kontakte sowie eine Reduktion der Mobilität.

          Nach Informationen der Bild-Zeitung waren die Ländervertreter mit Wielers Festhalten an der Niedrig-Inzidenz-Strategie überwiegend nicht einverstanden. Teilnehmer sprachen sich dagegen aus, die Inzidenz weiter als wichtigsten Maßstab für Maßnahmen zu betrachten.

          Die Inzidenz war in der Pandemie bisher Grundlage für viele Corona-Einschränkungen, etwa im Rahmen der Ende Juni ausgelaufenen Bundesnotbremse. Künftig sollen daneben voraussichtlich weitere Werte wie Krankenhauseinweisungen stärker berücksichtigt werden.

          Nach Angaben des RKI von Mittwochmorgen meldeten die Gesundheitsämter in Deutschland zuletzt binnen eines Tages 2768 Corona-Neuinfektionen. Vor einer Woche hatte der Wert bei 2203 Ansteckungen gelegen.

          Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 21 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 19 Tote. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit dem Virus Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg damit auf 91.586.

          Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.761.169 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.649.100 an.

          Weitere Themen

          Sieben-Tage-Inzidenz sinkt auf 63,1

          RKI-Zahlen : Sieben-Tage-Inzidenz sinkt auf 63,1

          Die Richtung stimmt: 10.696 Corona-Neuinfektionen sind weniger als vor einer Woche, und die Inzidenz geht weiter zurück. Die USA machen mit einer ersten Zulassung nun den Weg frei für Auffrischungs-Impfungen.

          Eine letzte Chance

          FAZ Plus Artikel: F.A.Z. Frühdenker : Eine letzte Chance

          Nach den drei TV-Triellen wird der Kreis der Spitzenkandidaten zum Finale noch einmal erweitert. Für Ungeimpfte wird es langsam ungemütlicher. Und Klimaexperten diskutieren den Kampf gegen Klimawandel. Der F.A.Z.-Newsletter für Deutschland.

          Topmeldungen

          So spannend wie lange nicht mehr: Zwischen SPD und Union ist es ein Kopf-an-Kopf-Rennen

          Allensbach-Umfrage : Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen SPD und Union

          Kurz vor der Bundestagswahl ist das Rennen zwischen SPD und Union um Platz Eins weiter offen. In der letzten Umfrage des Allensbach-Instituts im Auftrag der F.A.Z. verkürzt sich der Abstand zwischen den beiden Parteien.
          Ein Kraftmensch: Isst er zum Frühstück drei Steaks? Oder neuerdings Tofu-Würstchen?

          Fraktur : Quäl dich, du Sau!

          Laschet nur zweiter Sieger im Wimpernschlag-Finale gegen Scholz? Das kommt für einen fränkischen Kraftmenschen natürlich nicht in Frage.
          Luca Morisi und Matteo Salvini 2019 in Rom

          Der Mann hinter Matteo Salvini : Der Chef der „Bestie“ geht

          Matteo Salvinis Aufstieg wäre ohne die „la bestia“ genannte Kommunikationsmaschine kaum vorstellbar gewesen. Doch nun verabschiedet sich deren Erfinder und Leiter. Den Lega-Vorsitzenden trifft das zur Unzeit.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.