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Hotspot in Südkorea : Stadt Daegu verklagt Sekte wegen Corona

Nach dem Corona-Ausbruch bei der Shinchonji-Sekte im Februar wird eine ihrer Kirchen desinfiziert. Bild: Reuters

Zwei Drittel der dortigen Corona-Infektionen bringt die Stadt Daegu mit der Shinchonji-Sekte in Verbindung. Weil diese Tests und Quarantäne für ihre Mitglieder verzögert hatte, soll sie nun einen Millionenbetrag bezahlen.

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          In der Frühphase der Corona-Pandemie errang Daegu einen zweifelhaften Ruf. Nach der Provinz Wuhan in China wurde die südkoreanische Stadt mit Tausenden Infizierten zum zweiten Epizentrum der Krise. Südkoreas Patientin Nummer 31, die am 18. Februar positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden war, hatte die Infektion im Kreis der Sekte Shinchonji Kirche von Jesus weitergetragen. Jetzt hat die Stadt die Shinchonji-Sekte auf Schadenersatz von 100 Milliarden Won (rund 73 Millionen Euro) verklagt, weil sie die Bemühungen, den Infektionsherd einzudämmen, sabotiert habe.

          Patrick Welter

          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

          Shinchonji hatte sich zunächst geweigert, eine Liste aller Mitglieder in der Stadt herauszugeben, und damit die Tests und Quarantäne für die Sektenmitglieder verzögert. Daegu hat fast 146 Milliarden Won für die Bekämpfung des Virus ausgegeben und verlangt von der Sekte zwei Drittel davon zurück. Die Stadt hat sich in vorläufigen Gerichtsbeschlüssen schon das Recht gesichert, auf Vermögen der Sekte und ihres Führers Lee Man-hee zurückzugreifen.

          Auch Seoul hat gegen die Sekte schon Ansprüche geltend gemacht. Mit 6901 Virusinfizierten weist Daegu die höchste Zahl an Fällen im Land auf. 65 Prozent davon werden mit der Sekte in Verbindung gebracht. Südkorea zählt 12484 Infektionsfälle und 281 Tote.

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