https://www.faz.net/-guw-a0z2z

Spanische Stadt Badajoz : Das Tor zu Portugal ist offen

Am Mittwoch in Badajoz: Pedro Sánchez, Antonio Costa, Marcelo Rebelo de Sousa und König Felipe VI. begrüßen die Grenzöffnung. Bild: Getty

Die letzte Landesgrenze im Schengen-Raum, die noch geschlossen war, ist wieder passierbar. In Spanien und Portugal nehmen die Infektionszahlen inzwischen aber wieder zu.

          1 Min.

          Seit dem 17. März war das „Tor zu Portugal“ geschlossen. So wird die spanische Stadt Badajoz gerne genannt, in der am Mittwoch die Staats- und Regierungschefs der beiden Nachbarländer die letzte Landesgrenze des Schengen-Raums, die wegen Covid-19 noch geschlossen war, wieder öffneten. Nur als ein Streichquartett im Alcazaba von Badajoz, dem einstigen Sitz der maurischen Herrscher, die Nationalhymnen anstimmte, nahmen sie kurz ihre Gesichtsmasken ab. Gemeinsam fuhren dann König Felipe, der portugiesische Staatspräsident Marcelo Rebelo de Sousa sowie die beiden Regierungschefs Pedro Sánchez und António Costa in die benachbarte Stadt Elvas in Portugal.

          Hans-Christian Rößler

          Politischer Korrespondent für die Iberische Halbinsel und den Maghreb mit Sitz in Madrid.

          Spanien hatte seine anderen Grenzen schon am 21. Juni geöffnet, die Übergänge zwischen den beiden Nachbarn waren bis zu dem Festakt geschlossen. Nach portugiesischen Angaben nahm die Polizei insgesamt 36 Personen fest, die die Grenze illegal überwinden wollten; 6800 Reisende wurden daran gehindert. Die Schließung im März und die strengen Kontrollen sollten dabei helfen, die Ausbreitung des Virus in Portugal zu bremsen, das damals schon in Spanien sehr virulent war.

          In beiden Ländern nehmen die Infektionszahlen inzwischen wieder zu. In Spanien werden mehrere Dutzend kleinerer Ausbrüche gemeldet, in Portugal ist besonders der Großraum von Lissabon betroffen. Nachdem die portugiesische Regierung zunächst effizienter und erfolgreicher reagiert hatte als zum Beispiel Spanien, wies das Land zuletzt nach Schweden zeitweise die zweitmeisten Neuinfektionen bezogen auf 100.000 Einwohner in Europa auf. In 19 Gemeindebezirken der Region um die Hauptstadt führte die Regierung wieder Beschränkungen der Bewegungsfreiheit ein; das von Touristen frequentierte Zentrum ist bisher nicht betroffen. Ein Wiederaufflammen der Pandemie wäre fatal für beide Länder, deren Wirtschaft stark vom Tourismus abhängig ist. Die sozialistischen Regierungschefs kämpfen deshalb bei der EU auch um ein besonders umfangreiches Hilfspaket.

          Briten und Deutsche sind für sie besonders wichtig. In Portugal waren zuletzt die Hoffnungen gewachsen, dass sich die Sommersaison noch retten lasse. Um das Vertrauen der Urlauber zurückzugewinnen, verstärkten viele Unterkünfte die Schutzvorkehrungen und wurden mit dem neuen Label „Sauber und sicher“ ausgezeichnet. Im August sollen in Lissabon die verbleibenden Spiele und das Finale der Champions League ausgetragen werden. Die Uefa zeigt sich bisher unbesorgt und hält einen Plan B für unnötig. Ministerpräsident Costa wird nicht müde, darauf hinzuweisen, dass Portugal ein „sicheres Reiseland“ sei.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Wiederaufbau in Beirut : Wer will schon das libanesische Monopoly-Geld?

          Die Bewohner Beiruts müssen nach der Explosionskatastrophe einen Wiederaufbau unter extremen Bedingungen bewerkstelligen. Manche hoffen, der innere und äußere Druck werden die korrupte politische Klasse zu Reformen bewegen.

          Neuer und Flick mahnen : Die gefährliche Lage beim FC Bayern

          Vor den entscheidenden Spielen in der Champions League herrscht beim FC Bayern große Zuversicht. Doch es gibt auch kritische Töne. Torhüter Manuel Neuer äußert sich derweil zu seinem umstrittenen Urlaubsvideo.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.