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Kampf gegen die Pandemie : Spahn: Jeder, der die App herunterlädt, hilft

  • Aktualisiert am

Mund-Nasen-Schutz und eine Smartphone-Tracing-App: Beides kann helfen, die Ausbreitung des Coronavirus zu unterbinden. Bild: dpa

Lange hat man diskutiert und entwickelt, nun soll die deutsche Corona-Warn-App kommen. Was die Nutzerzahlen angeht, setzt der Bundesgesundheitsminister ein eher niedriges Ziel.

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          Gesundheitsminister Jens Spahn hat angekündigt, die Corona-Warn-App werden in den kommenden Tagen vorgestellt. „Diese Zeit brauchten wir für die Entwicklung, weil wir hohe Anforderungen stellen: Die App muss auf allen Endgeräten genutzt werden können und soll beispielsweise auch dann messen, wenn man mit dem Handy Musik hört“, sagte der CDU-Politiker der Zeitung „Rheinische Post“. Ursprünglich sollte eine solche App in Deutschland ähnlich wie in Österreich bereits im April auf den Markt kommen.

          Spahn betonte, die App müsse strenge Vorgaben beim Datenschutz und bei der Energieeffizienz erfüllen. „Eine App, die in wenigen Stunden den Akku des Handys leerzieht, nutzt keiner.“ Er wolle vermeiden, dass die App von vielen wieder gelöscht werde, weil sie zu viel Energie fresse.

          „Einige Millionen“ Nutzer wären schon gut

          „Wenn wir in den kommenden Wochen einige Millionen Bürger von der App überzeugen, dann bin ich schon zufrieden“, sagte Spahn weiter. Eine zusätzliche gesetzliche Grundlage lehnte der Minister unter Verweis auf die Datenschutzgrundverordnung ab. Die App sei kein Allheilmittel. „Sie ist aber ein weiteres, wichtiges Werkzeug, um die Infektionszahlen niedrig zu halten.“ Das Virus einzudämmen, sei ein Teamspiel. „Jeder, der die App herunterlädt, hilft dabei.“

          Die Bundesregierung werde in einer breit angelegten Kampagne dafür werben. Die sogenannte Tracing-App soll die Infektionsketten des Coronavirus besser erkennen und dafür sorgen, dass bei einer Lockerung für das öffentliche Leben die Ausbreitung des Virus nicht wieder stark ansteigt.

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          Zu Beginn der Diskussion um die App hatten Experten berechnet, mindestens 60 Prozent der Bevölkerung müssten eine solche App installieren, damit sie durchschlagende Wirkung bei der Eindämmung der Epidemie zeigt. Allerdings werden auch bei niedrigerer Beteiligung schon positive Effekte erwartet.

          Abstand und Zeit werden gemessen

          Die App funktioniert recht einfach: Die Telefone tauschen über den Standard Bluetooth-Low-Energy ständig verschlüsselt anonymisierte Daten aus und registrieren, wenn sich zwei Smartphones über längere Zeit in kurzer Distanz voneinander befanden – mehr als eine Viertelstunde beispielsweise und näher als zwei Meter. Wo die Telefone Kontakt hatten und von wem die Daten kommen, weiß das jeweils andere Telefon nicht. Ein Algorithmus entscheidet, ob Zeit und Abstand theoretisch für eine Infektion ausreichen.

          Hat jemand einen Virustest gemacht, bekommt er einen Code vom Gesundheitsamt oder dem Arzt. Ist der Test positiv, kann er – freiwillig – seine App auf „infiziert“ stellen. Auf den Telefonen, die in den vergangenen zwei Wochen „bedrohlich“ nahe waren, erscheinen daraufhin Warnmeldungen, dass sie sich in der Nähe einer infizierten Person aufgehalten haben.

          Bei der Entwicklung wurden Bedenken von Datenschützern berücksichtigt. So soll es etwa keine zentrale Speicherung von Daten geben, und auch keine Zugriffsmöglichkeit von Gesundheitsämtern auf die Identitäten von möglicherweise Infizierten.

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