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Gesundheitsminister Spahn : Gratistests für Zwölf- bis Siebzehnjährige bis Jahresende

  • Aktualisiert am

Jens Spahn auf dem Weg zu Gremiensitzungen seiner Partei. Bild: dpa

Erst seit kurzem besteht das Impfangebot für Jugendliche – deshalb will Gesundheitsminister Jens Spahn die Altersgruppe unterstützen. Ältere müssen die Tests vom 11. Oktober an selbst bezahlen.

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          Kinder von 12 bis 17 Jahren und Schwangere sollen nach Plänen von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn noch „bis Ende des Jahres“ kostenlose Corona-Schnelltests bekommen können. „Für beide Gruppen ist die Impf-Empfehlung erst kürzlich gekommen“, sagte der CDU-Politiker der „Welt“. Sie hätten daher in diesen Wochen die Chance, sich impfen zu lassen. Geregelt werden soll dies in einer neuen Testverordnung, die einen Bund-Länder-Beschluss umsetzt.

          Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten hatten beschlossen, dass das vom Bund finanzierte Angebot für kostenlose Bürgertests für alle enden soll. „Ab dem 11. Oktober werden für alle, die sich impfen lassen könnten, Bürgertests kostenpflichtig“, sagte Spahn. Eine Impfung sei eine freie persönliche Entscheidung, es gehe aber auch um gegenseitigen Schutz. „Wer sie nicht wahrnimmt und sich nicht impfen lässt, der muss dann eben die Kosten für Tests selbst tragen.“

          Generell möglich bleiben sollen Gratistests für alle, die sich nicht impfen lassen können – darunter Kinder unter zwölf Jahren. Ein erster Entwurf für die neue Verordnung hatte zunächst vorgesehen, dass Tests für Kinder von 12 bis 17 Jahren noch bis 30. November gratis sein sollten.

          Inzidenz sinkt weiter

          Beim Infektionsgeschehen in Deutschland gibt es derzeit kaum Dynamik. Die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen liegt nach Angaben des Robert Koch-Instituts von Donnerstagmorgen bei 76,3. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 77,9 gelegen, vor einer Woche bei 83,5.

          Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 12.925 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.23 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert bei 15.431 Ansteckungen gelegen.

          Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 68 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 50 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 4.114.856 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

          Fast 93.000 Tote

          Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Donnerstag mit 1,87 an (Mittwoch: 1,88). Ein Wochen- oder Monatsvergleich ist wegen einer hohen Zahl an Nachmeldungen nicht möglich.

          Ein bundesweiter Schwellenwert, ab wann die Lage kritisch zu sehen ist, ist für die Hospitalisierungs-Inzidenz unter anderem wegen großer regionaler Unterschiede nicht vorgesehen. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5.

          Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.863.000 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 92.837.

          Moderna empfiehlt Auffrischungsimpfung

          Angesichts neuer Daten zu seinem Vakzin hat sich der US-Impfstoffproduzent Moderna für Auffrischungsimpfungen ausgesprochen. Probanden, die erst kürzlich geimpft wurden (etwa acht Monate nach der ersten Dosis), wiesen ein geringeres Risiko eines sogenannten Impfdurchbruchs auf als solche, deren Erstimpfung bereits ein Jahr zurückliegt, erklärte das Unternehmen am Mittwoch (Ortszeit).

          „Das erhöhte Risiko von Impfdurchbrüchen bei Teilnehmern der COVE-Studie, die im letzten Jahr geimpft wurden, im Vergleich zu denjenigen, die erst vor kurzem geimpft wurden, verdeutlicht die Auswirkungen einer nachlassenden Immunität und untermauert die Notwendigkeit einer Auffrischungsimpfung zur Aufrechterhaltung eines hohen Schutzniveaus“, erklärte Firmenchef Stéphane Bancel. Der Impfstoff bleibe grundsätzlich bis zu sechs Monate hochwirksam – auch angesichts des hohen Anstiegs an Delta-Fällen, betonte Moderna weiter.

          In Deutschland können sich besonders gefährdete Menschen ein drittes Mal impfen lassen, wenn die letzte Impfung mindestens ein halbes Jahr zurückliegt. In Israel wird sogar sämtlichen Bürgerinnen und Bürgern eine Auffrischungsimpfung angeboten. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sieht Auffrischungsimpfungen angesichts vieler noch ungeimpfter Menschen vor allem in armen Ländern kritisch.

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