https://www.faz.net/-guw-a4172
Bildbeschreibung einblenden

Cocktail für Trump : So wird der Präsident behandelt

Optimistisch auf dem Weg ins Krankenhaus: Donald Trump am Freitag in Washington Bild: AFP

Im Militärkrankenhaus erhält Donald Trump ein Medikament, das noch gar nicht für die Allgemeinheit zugelassen ist. Experten üben daran Kritik. Der größte Risikofaktor des Präsidenten ist sein Alter.

          2 Min.

          Noch am Dienstag hat sich Donald Trump lustig gemacht über seinen Herausforderer im Präsidentschaftswahlkampf, Joe Biden, über den er im Fernsehduell sagte: „Jedes Mal, wenn man ihn sieht, hat er eine Maske. Er könnte mit 60 Meter Abstand sprechen, und er kommt mit der größten Maske, die ich jemals gesehen habe.“ Dann aber musste Trump am Freitag bekanntgeben, dass er und seine Frau Melania am Coronavirus erkrankt seien, und seit Freitagabend nun befindet sich Trump, der zunächst noch gesagt hatte, er werde sich zu Hause auskurieren, im Walter-Reed-Medizin-Zentrum, dem wichtigsten Militärkrankenhaus des Landes. Ihn dorthin zu verlegen sei entschieden worden, so erklärte das Weiße Haus, das eine sehr restriktive Informationspolitik verfolgt, nachdem seine Symptome sich im Laufe des Freitags verschlimmert hätten.

          Katrin Hummel

          Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Wie seine Ärzte bekanntgaben, habe der Präsident insgesamt nur leichte Symptome: leichtes Fieber, Müdigkeit, Husten und Schnupfen. Er werde mit dem Antivirus-Mittel Remdesivir behandelt. Zudem wurde ihm am Freitagabend der Antikörpercocktail REGN-COV2 des Biotech-Unternehmens Regeneron gespritzt, von dem die Ärzte noch nicht genau wissen, welche Wechselwirkungen er im Zusammenspiel mit anderen Medikamenten auslösen kann; mit dem Mittel wurden in Amerika im Rahmen der Erprobungsphase bislang erst 275 Patienten behandelt, es ist noch in der Zulassungsphase. Laut Hersteller soll es die Viruslast der Patienten reduzieren und ihre Symptome lindern, wenn es schon kurz nach der Infektion gespritzt wird. Regeneron-Geschäftsführer Leonard Schleifer kennt Trump seit vielen Jahren.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          F.A.Z. PLUS:

            Sonntagszeitung plus

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Donald und Melania Trump am vorigen Mittwoch in Washington

          Trumps Impeachment-Prozess : Mehr Zeit für neue Skandale

          Der Impeachment-Prozess gegen Donald Trump soll erst am 9. Februar eröffnet werden. Bis dahin hoffen die Demokraten auf neue Skandale, die der Anklage weitere Munition liefern.
          Niemand zum Impfen da, weil nichts verimpft werden kann. Das Foto zeigt ein Impfzentrum in Belgien.

          Corona-Pandemie : EU fällt im Impfrennen weiter zurück

          Astra-Zenecas Lieferschwierigkeiten bringen Berlin und Brüssel abermals in Erklärungsnot. Man hofft jetzt auf den Februar und Joe Biden, denn bislang produziert Amerika nur für sich.
          Rostock hat die geringste Corona-Inzidenz unter den Großstädten in der Bundesrepublik, nur 45 wöchentliche Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner.

          Lichtblick im Norden : Wie Rostock erfolgreich Corona bekämpft

          Rostock verzeichnet seit dem Frühjahr so wenige Corona-Fälle wie keine andere Großstadt in Deutschland. Bürgermeister Claus Madsen erklärt, wie er das mit seiner Verwaltung macht.