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Sieben-Tage-Inzidenz steigt : RKI meldet 10.790 Neuinfektionen

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Eine Leipzigerin lässt sich im neuen Corona-Testzentrum für Antigen-Schnelltests im Neuen Rathaus in Leipzig testen. Bild: dpa

Im Vergleich zur Vorwoche ist die Zahl der neuen Coronafälle deutlich gestiegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz erhöht sich abermals und liegt inzwischen bei 79. Laut RKI ist das Risiko für eine weitere Fallzunahme „deutlich erhöht“.

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          Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet am Sonntagvormittag 10.790 Neuinfektionen. Das sind 2687 Fälle mehr als vor einer Woche. Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt im Vergleich zum Vortag von 76,1 auf 79. Der Wert gibt an, wie viele Menschen je 100.000 Einwohner sich in den vergangenen sieben Tagen mit dem Coronavirus angesteckt haben. Zudem meldet das Institut 70 weitere Todesfälle in Verbindung mit Covid-19.

          Am Freitag und am Samstag hatte es im Vergleich zu den jeweiligen Vorwoche-Tagen ebenfalls einen deutlichen Anstieg bei den Fallzahlen sowie der Sieben-Tage-Inzidenz gegeben. In seinem Lagebericht vom Samstag warnt das RKI: „Vor dem Hintergrund verschiedener Virusvarianten ist das Risiko einer erneuten starken Zunahme der Fallzahlen deutlich erhöht.“

          Am Freitag hatte das Institut bereits eine Prognose veröffentlicht, derzufolge es Mitte April mit höheren Fallzahlen als zu Weihnachten rechnet. Im Dezember waren teilweise mehr als 30.000 neue Fälle pro Tag gemeldet worden, die Sieben-Tage-Inzidenz hatte am 22.12 mit 197,6 ihren bisherigen Höchststand erreicht. Dieser Wert könnte nach Schätzung des Instituts bedingt durch die exponentielle Verbreitung der als ansteckender geltenden Virus-Variante B.1.1.7 nach Ostern deutlich übertroffen werden.

          Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Samstagabend bei 1,19 (Vortag 1,11). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 119 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

          Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 2.569.245 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 73.371.

          Angesichts der beginnenden dritten Corona-Welle hatte das RKI die Bürger am Freitag zum weiteren Einhalten der Schutzmaßnahmen aufgerufen. „Diese dritte Welle müssen wir gemeinsam so flach halten wie möglich“, sagte Institutschef Lothar Wieler am Freitag in Berlin. Es gelte zu verhindern, in eine Situation wie vor Weihnachten zu kommen, als es viele Erkrankungen, schwere Verläufe und Todesfälle sowie eine starke Belastung des Gesundheitssystems gegeben habe. Die Pandemie sei ein Marathon, so Wieler – man sei nun im letzten, besonders anstrengenden Drittel.

          Es werde noch dauern, bis der Großteil der Bevölkerung geimpft ist. „Bis dahin bitte ich uns alle, halten wir uns weiter an die AHA+L-Regeln“, appellierte Wieler. Die Abkürzung steht für Abstand, Hygiene, Maskentragen und Lüften. Auch Kontakte gelte es weiterhin zu reduzieren. Die Impfung sei neben „unserem verantwortungsvollen persönlichen Verhalten“ das mächtigste Werkzeug, sagte der RKI-Chef. „Der beste Schutz ist eine niedrige Inzidenz.“

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