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Coronavirus in Deutschland : Sieben-Tage-Inzidenz liegt erstmals seit Mai bei 100

  • Aktualisiert am

Vorlesung an der Universität Hannover Bild: dpa

Die Corona-Fallzahlen sind im Vorwochenvergleich um 38 Prozent gestiegen. SPD-Generalsektretär Lars Klingbeil ruft angesichts der Entwicklung zur Vorsicht auf. Forderungen nach mehr Tempo bei Drittimpfungen werden laut.

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          Die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland hat erstmals seit Mitte Mai den Wert von 100 erreicht. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Samstagmorgen mit exakt 100,0 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 95,1 gelegen, vor einer Woche bei 70,8. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 15.145 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.31 Uhr am Samstagmorgen wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert bei 10.949 Ansteckungen gelegen. Damit beträgt der Anstieg im Vorwochenvergleich 38 Prozent.

          Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 86 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 75 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 4.452.425 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

          Zahl der Krankenhausaufnahmen steigt

          Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen – den für eine mögliche Verschärfung der Corona-Beschränkungen wichtigsten Parameter – gab das RKI am Freitag mit 2,68 an (Donnerstag 2,45). Bei dem Indikator muss berücksichtigt werden, dass Krankenhausaufnahmen teils mit Verzug gemeldet werden. Ein bundesweiter Schwellenwert, ab wann die Lage kritisch zu sehen ist, ist für die Hospitalisierungs-Inzidenz unter anderem wegen großer regionaler Unterschiede nicht vorgesehen. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5.

          Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 4.200.000 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 95.077.

          Der Generalsekretär der SPD, Lars Klingbeil, rief angesichts der steigenden Infektionszahlen zur Vorsicht auf. „Wir haben uns sehr vernünftig und solidarisch durch diese Krise bewegt. Das sollte auch auf den letzten Metern so bleiben“, sagte er der Funke Mediengruppe. „Wir alle wollen, dass die Pandemie bald vorbei ist und wir zu dem Alten zurückkehren – zumindest in den meisten Bereichen.“ Klingbeil appellierte daran, dass die Weichenstellungen in der Corona-Pandemie mit möglichst großer Mehrheit im Bundestag beschlossen werden muss.

          „Steigende Infektionszahlen im Herbst und Winter waren zu erwarten“, erklärte die gesundheitspolitische Sprecherin der FDP-Fraktion Christine Aschenberg-Dugnus. „Allerdings ist die Situation eine andere als vor einem Jahr, denn wir können jedem Bürger ein Impfangebot machen.“ Um insbesondere gefährdete Gruppen vor einer vierten Welle zu schützen, müsse jetzt eine „Impfbooster-Kampagne“ starten.

          Auch der Chef des Zentralinstituts der Kassenärztlichen Versorgung (ZI), Dominik Stillfried, mahnte zu mehr Tempo bei den Drittimpfungen. „Derzeit lassen sich lediglich zirka 250.000 Menschen pro Woche eine Auffrischimpfungen geben“, sagte Stillfried dem Handelsblatt. „Dieses Tempo sollte dringend gesteigert werden.“

          Bis in den Dezember seien doppelt so viele Impfungen pro Woche nötig, um alle Menschen zu erreichen, denen die Ständige Impfkommission (Stiko) die Drittimpfung empfiehlt. Diese Gruppe umfasse 4,1 Millionen Personen, bislang hätten allerdings nur 1,5 Millionen Personen eine Auffrischimpfung erhalten.

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