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Gefahr im geschlossenen Raum : Wie merkt man, dass zu viele Aerosole im Raum sind?

Der Screenshot eines Videos der TU Berlin zeigt die Verteilung der Aerosole beim Sprechen mit Maske. Bild: © TU Berlin/Hermann-Rietschel-Institut

Eine Simulation von Forschern der TU Berlin zeigt, wie schnell Aerosole eine gefährliche Konzentration in geschlossenen Räumen erreichen. Für die Öffnung von Schulen sind das schlechte Nachrichten.

          6 Min.

          Alles wäre viel einfacher, wenn Aerosole schlecht riechen würden. Wie Zigarettenqualm zum Beispiel. Der verteilt sich ähnlich schnell in einem Zimmer wie die unsichtbaren Aerosole, die zu Tausenden in der Raumluft schweben, nachdem ein Mensch sie beim Atmen, Sprechen, Lachen, Singen, Gähnen, Husten oder Niesen freigesetzt hat. Aber: Aerosole, bis zu zehn Mikrometer groß und damit zehnmal kleiner als ein Haar, sieht, schmeckt, riecht, fühlt man nicht. Und so bleibt man dann in einem Raum, oft über Stunden, auch wenn er schon voller Aerosole ist. Eigentlich ziemlich unbedenklich. Unter Umständen allerdings ist der Raum voller infektiöser Aerosole. Denn Viren wie Sars-CoV-2, noch einmal etwa hundertmal kleiner als die winzigen Aerosole, docken an diese Kleinstpartikel in den Atemwegen an und nutzen sie als Transportmittel, um zu einem neuen Wirt zu gelangen. Sobald also ein mit Sars-CoV-2 Infizierter einen Raum betritt, gibt er kontinuierlich Aerosole samt Viren ab.

          Karin Truscheit

          Redakteurin im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Und die sind innerhalb von Minuten überall, wie Martin Kriegel sagt. Daher sieht er auch die Rückkehr zum Normalbetrieb der Schulen nach den Sommerferien mit vollen Klassenzimmern und geschlossenen Fenstern mit Unbehagen. Seit Jahren forscht der Leiter des Hermann-Rietschel-Instituts der Technischen Universität Berlin über Aerosole und ihre Verbreitung in geschlossenen Räumen. Gerade erst hat der Ingenieur Untersuchungen zu Aerosolen in Klassenzimmern, Büroräumen und Konzertsälen fertiggestellt. Unter anderem das Bundesgesundheitsministerium wollte wissen: Wie gefährlich ist es, sich in einem Raum mit potentiell infektiösen Personen aufzuhalten? Die Antwort: Es kommt auf die Menge der Aerosole an.

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