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Mutante in Brasilien : Ein Schreckgespenst mit dem Namen P.1

Die Intensivstationen in Brasilien sind voll. Bild: dpa

Die Intensivstationen in Brasilien sind zu mehr als der Hälfte mit Patienten unter 40 Jahren belegt. Der rasche Anstieg der Infektionen könnte mit der Mutante P.1 zusammenhängen – auch zuvor bereits Infizierte sind nicht sicher.

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          Frankreich hat den Flugverkehr nach Brasilien bis auf weiteres eingestellt. Grund ist der dramatische Verlauf der Pandemie im größten Land Lateinamerikas, wo die Fallzahlen in den vergangenen Wochen so rasant in die Höhe geschnellt sind, dass den Intensivstationen nun die notwendigen Medikamente für künstliche Beatmungen ausgehen und der Sauerstoff knapp wird. Nach harten Maßnahmen in den vergangenen Wochen hat sich die Situation in einigen Regionen stabilisiert. Allerdings liegt der Sieben-Tage-Mittelwert der im Zusammenhang mit dem Coronavirus verstorbenen Personen in Brasilien weiterhin bei mehr als 3000 pro Tag und jener der täglichen Neuansteckungen bei rund 70.000. Besonderes Aufsehen erregt seit März die steigende Zahl junger Patienten. Im März waren die Intensivstationen in Brasilien zu mehr als der Hälfte mit Corona-Patienten belegt, die jünger als 40 Jahre waren. Die Zahl der Todesopfer in dieser Alterskategorie ist stark gestiegen.

          Tjerk Brühwiller
          Korrespondent für Lateinamerika mit Sitz in São Paulo.

          Der Verdacht drängt sich auf, dass der rasche Anstieg der Fälle in Brasilien mit der in der Amazonas-Metropole Manaus entdeckten Virus-Mutante P.1 zusammenhängt. Dort hatte die vermutlich im November entstandene Mutante von Mitte Dezember an eine dramatische Infektionswelle verursacht, der das Gesundheitssystem nicht gewachsen war und die zu einem dramatischen Sauerstoffengpass führte. Studien zeigen nun, dass die Mutante P.1 im ganzen Land dominant ist. In São Paulo etwa ist sie bereits für mehr als 90 Prozent aller Ansteckungen verantwortlich.

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