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Hohe Pendlerzahl : RKI erklärt Elsass und Lothringen zu neuen Risikogebieten

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Aus Angst vor dem Corona-Virus ist das Zentrum der nordfranzöischen Stadt Mühlhausen leer. Bild: dpa

Neben Italien stuft das Robert-Koch-Institut auch Ostfrankreich als Risikogebiet ein. Die Unternehmen und Kommunen im deutschen Südwesten sind besorgt.

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          Das Robert-Koch-Institut (RKI) stuft die an Deutschland grenzenden ostfranzösischen Gebiete Elsass und Lothringen als Coronavirus-Risikogebiet ein. Auch die Region Champagne-Ardenne, die eine Grenze mit Belgien teilt, gelte als Risikogebiet, gab das RKI am Mittwoch auf seiner Homepage bekannt. Die drei Gebiete bilden zusammen die Region Grand Est. Sie grenzt an Baden-Württemberg, an das Saarland und an Rheinland-Pfalz.

          Risikogebiete sind nach RKI-Angaben Gegenden, in denen eine fortgesetzte Virus-Übertragung von Mensch zu Mensch vermutet werden kann. Das Institut hatte am Dienstag ganz Italien zum Risiko-Gebiet erklärt. Schon länger gilt diese RKI-Einstufung für Provinzen in China und Südkorea sowie den Iran.

          Anrufe besorgter Unternehmen

          Eine Sprecherin der Industrie- und Handelskammer Karlsruhe sagte, es gebe Anfragen besorgter Unternehmen wegen der Situation im Elsass, ohne das konkret auszuführen. Die höchste Pendlerzahl im Bereich Mittlerer Oberrhein hat der Kreis Rastatt mit 5100. In Karlsruhe sind es knapp 2500, im ganzen Bereich knapp 10 000.

          In der Großregion leben fast zwölf Millionen Einwohner - rund 230 000 Pendler überqueren in dem Raum täglich Ländergrenzen, um ihrer Arbeit nachzugehen. Besonders betroffen von der Epidemie ist das südelsässische Département Haut-Rhin. Das baden-württembergische Gesundheitsministerium in Stuttgart empfahl bereits am Montag all denen, die von dort aus zur Schule oder zur Arbeit nach Baden-Württemberg pendeln, nach Möglichkeit zunächst für zwei Wochen zu Hause zu bleiben. Rund 46 000 Berufstätige kommen täglich aus dem gesamten Elsass ins Badische zur Arbeit, in der Gegenrichtung sind es 2000.

          Angesichts der sprunghaften Zunahme von Coronainfektionen vor allem in der ostfranzösischen Region Grand Est werden Forderungen nach einem grenzüberschreitenden Krisenstab in der Großregion laut. Dieser sei für ein gemeinsames Handeln auch in Sachen Prävention notwendig, teilte die Vorsitzende des Europaausschusses im Landtag des Saarlandes, Helma Kuhn-Theis, am Mittwoch mit. Die Gesundheitsbehörden müssten sich über die Grenze hinweg eng abstimmen und informieren.

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