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RKI-Zahlen : Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 70,8

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Abstrich für einen Corona-Test Bild: dpa

Die Gesundheitsämter in Deutschland melden dem RKI binnen eines Tages 10.949 Corona-Neuinfektionen. Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 70,8. Kinderärzte raten uneingeschränkt zu einer Impfung ab zwölf Jahren.

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          Nach wochenlanger Stagnation scheint das Infektionsgeschehen in Deutschland wieder etwas Fahrt aufzunehmen. Die 7-Tage-Inzidenz lag erstmals seit 20.9. wieder über der Marke von 70. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Samstagmorgen mit 70,8 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 68,7 gelegen, vor einer Woche bei 64,4 (Vormonat: 76,3).

          Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 10.949 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.52 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert bei 8854 Ansteckungen gelegen.

          Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 75 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 65 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 4.365.107 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

          Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen – den für eine mögliche Verschärfung der Corona-Beschränkungen wichtigsten Parameter – gab das RKI am Freitag mit 2,02 (Donnerstag 1,93) an. Ein bundesweiter Schwellenwert, ab wann die Lage kritisch zu sehen ist, ist für die Hospitalisierungs-Inzidenz unter anderem wegen großer regionaler Unterschiede nicht vorgesehen. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5.

          Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 4.141.500 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 94.601.

          Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin rät Kindern und Jugendlichen ab zwölf Jahren zu einer Corona-Impfung. „Nachdem Daten von über zehn Millionen Kindern und Jugendlichen erhoben wurden, empfehle ich die Impfung den über Zwölf-Jährigen heute allgemein und uneingeschränkt“, sagte der Vorsitzende der Gesellschaft, Jörg Dötsch, den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND, Samstagsausgaben). „Ich werbe dafür so dringlich wie bei Erwachsenen.“

          Biontech beantragt Zulassung für Fünf- bis Elfjährige in der EU

          Die Risiko-Nutzen-Abwägung falle eindeutig zugunsten der Impfung aus, sagte er dem RND. Dötsch riet mit Blick auf die Pandemie-Bekämpfung an Schulen zu einem „Zwischenweg“: „Wir wollen weiterhin keine Durchseuchung der Kinder - aber wir wollen auch unbedingt vermeiden, dass die Jüngsten nochmal unter den Folgen der Schulschließungen und der Isolationsmaßnahmen leiden müssen“, sagte er. Die Infektionszahlen seien „nicht mehr das Entscheidende, auch nicht dann, wenn sie regional sehr hoch sind“.

          Die Ständige Impfkommission (Stiko) hatte bereits im August Corona-Impfungen für alle Menschen im Alter ab zwölf Jahren empfohlen. Impfstoffe der Hersteller Biontech und Pfizer sowie Moderna sind regulär für sämtliche Menschen ab zwölf Jahren zugelassen.

          Der Mainzer Impfstoff-Hersteller Biontech beantragte derweil am Freitag zusammen mit dem US-Partnerunternehmen Pfizer in der EU die Zulassung seines Corona-Impfstoffs auf Fünf- bis Elfjährige. Die beiden Unternehmen teilten mit, dass sie dafür Daten aus einer klinischen Studie bei der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA eingereicht haben.

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