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RKI-Zahlen : 436 registrierte Coronavirus-Neuinfektionen

  • Aktualisiert am

Das Robert Koch Institut präsentiert erfreuliche Entwicklungen: Die Anzahl an Neuinfektionen in Deutschland sinkt wieder. Bild: Reuters

Trotz weniger Neuinfektionen übersteigt die Reproduktionszahl weiterhin den kritischen Grenzwert von 1. Innenstaatssekretär Krings fordert eine Anzeigepflicht vor Reisen in Risikogebiete – um besser prüfen zu können, wer die Testpflicht einhält.

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          Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) 436 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich somit mindestens 216.327 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Montagmorgen im Internet meldete. Seit dem Vortag wurde ein neuer Todesfall gemeldet. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben nun bei 9197. Bis Sonntagmorgen hatten 197.400 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

          Die Zahl der Neuinfektionen liegt damit nur halb so hoch wie die Werte in der vergangenen Woche. Am Samstag waren 1122 Neuinfektionen mit dem Coronavirus binnen 24 Stunden gemeldet worden. Auch am Freitag und Donnerstag lagen die Zahlen erstmals seit Anfang Mai wieder über der Schwelle von 1000 Fällen. Die am Montag bekannt gegebenen Zahlen der Neuinfektionen sind aber meist vergleichsweise niedrig, weil am Sonntag nicht alle Gesundheitsämter ihre Werte übermitteln.

          Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 9.8., 0 Uhr, in Deutschland bei 1,17 (Vortag: 1,32). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

          Reiseverbote lehnt Krings ab

          Unterdessen geht die Debatte um Reisen in Corona-Risikogebiete weiter. Innenstaatssekretär Günter Krings (CDU) schlug die Einführung einer Anzeigepflicht vor geplanten Reisen in Risikogebiete vor. „Bei Reisen in Risikogebiete sollten wir darüber nachdenken, ob wir eine vorherige Anzeigepflicht einführen“, sagte der CDU-Politiker der „Rheinischen Post“. „Wer in ein Risikogebiet reisen will, sollte das vorher dem Gesundheitsamt melden, damit es hinterher leichter überprüfen kann, ob der verpflichtende Corona-Test bei der Einreise gemacht und gegebenenfalls die Quarantäne eingehalten wurde.“

          Der CDU-Wirtschaftsrat hatte zuvor gefordert, Reisen in Risikogebiete zu verbieten. Diese Forderung lehnte Krings jedoch als zu weitgehend ab. Seit Samstag muss sich bei der Einreise testen lassen, wer aus Risikogebieten nach Deutschland zurückkommt.

          Dafür gibt es für Rückkehrer derzeit zwei Möglichkeiten: Entweder sie lassen sich noch im Urlaubsland höchstens 48 Stunden vor der Abreise testen und legen einen Negativ-Nachweis in deutscher oder englischer Sprache vor. Tests im Ausland sind aber selbst zu zahlen. Oder sie lassen sich nach der Rückkehr in Deutschland testen, was bis zu drei Tage kostenlos möglich ist, etwa auch beim Hausarzt.

          SPD-Chef wirft Spahn Versäumnisse vor

          SPD-Chef Norbert Walter-Borjans warf Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Montag schwere Versäumnisse im Umgang mit der Corona-Pandemie vor. Die „vollmundige Selbstvermarktung“ des Ministers könne nicht darüber hinwegtäuschen, dass an vielen Stellen Testkapazitäten fehlten, sagte Walter-Borjans der „Süddeutschen Zeitung“. Zudem ließen Testergebnisse so lange auf sich warten, dass Betroffene „gegen ihren Willen zum Infektionsrisiko“ würden.

          Walter-Borjans bezeichnete es auch als Fehler, dass nur Heimkehrer aus Corona-Risikogebieten sich einem obligatorischen Test unterziehen lassen müssen, während andere Rückkehrer lediglich unverbindlich zu einem Test eingeladen werden. Der SPD-Ko-Vorsitzende warnte vor einem abermaligen „wirtschaftlichen Lockdown“ in Deutschland. Dieser würde das Land an die Grenze der Belastbarkeit und möglicherweise darüber hinaus bringen, sagte er.

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