https://www.faz.net/-guw-a4fa5

Coronavirus : RKI meldet Rekord bei Neuinfektionen: 6638 Fälle

  • Aktualisiert am

Ein Mann steht mit Maske neben einem Hinweisschild auf die Maskenpflicht in Frankfurt. Bild: Andreas Arnold/dpa

Das Robert-Koch-Institut meldet so viele Neuinfektionen binnen Tagesfrist wie noch nie seit dem Ausbruch der Pandemie. Viele Labore kommen mit den Tests nicht mehr hinterher – das liegt auch am umstrittenen Beherbergungsverbot.

          1 Min.

          Die Zahl der binnen eines Tages mit dem Coronavirus neu infizierten Menschen in Deutschland ist abermals sprunghaft gestiegen und hat damit einen Rekordwert erreicht. Die Gesundheitsämter meldeten nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom Donnerstagmorgen 6638 Neuinfektionen – rund 1500 mehr als am Mittwoch.

          Bislang war die Zahl Ende März mit knapp 6300 Neuinfizierten am höchsten gewesen. Allerdings sind die jetzigen Werte nicht mit denen aus dem Frühjahr vergleichbar, weil mittlerweile wesentlich mehr getestet wird und damit auch mehr Infektionen entdeckt werden.

          Am Mittwoch vergangener Woche hatten die Gesundheitsämter dem RKI 4059 Neuinfektionen mitgeteilt. Damit war zum ersten Mal seit April die 4000er Marke überschritten worden.

          Die Zahl der Coronatests schwankt seit Mitte August zwischen rund 1,1 Millionen und 1,2 Millionen pro Woche. Die Rate der positiven Tests ist nach RKI-Angaben vom Mittwochabend jedoch deutlich gestiegen: von 0,74 Prozent Ende August auf 2,48 Prozent in der Woche vom 5. bis 11. Oktober.

          Beherbergungsverbot belastet Labore

          In mehreren Labors gebe es einen Rückstau, einige gaben laut RKI Lieferschwierigkeiten für Reagenzien an. „Das RKI erreichen in den letzten Wochen zunehmend Berichte von Laboren, die sich stark an den Grenzen ihrer Auslastung befinden“, schreibt das Institut im Lagebericht vom Mittwoch. Der zusätzliche Testbedarf durch Urlauber nach Einführung des Beherbergungsverbots mit der Option zu einer „Freitestung“ habe die Situation weiter verschärft.

          Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach RKI-Angaben mindestens 341.223 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion lag demnach bei 9710. Das waren 33 mehr als am Vortag. Es gebe etwa 284.600 Genesene.

          Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag in Deutschland laut Lagebericht vom Mittwoch bei 1,04 (Vortag: 1,18). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwa einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

          Zudem gibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Dieser Wert lag bei 1,16 (Vortag: 1,20). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

          Bund und Länder hatten sich in der Nacht zu Donnerstag angesichts steigender Infektionszahlen auf neue Beschränkungen geeinigt.

          Weitere Themen

          Mehr als 10.000 Corona-Neuinfektionen in Deutschland Video-Seite öffnen

          Rekordzahlen : Mehr als 10.000 Corona-Neuinfektionen in Deutschland

          Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland ist erstmals seit Beginn der Pandemie auf mehr als 10.000 verzeichnete Fälle binnen eines Tages gestiegen. Wie das Robert-Koch-Institut am Donnerstag mitteilte, wurden am Vortag 11.287 neue Ansteckungsfälle erfasst.

          Topmeldungen

          Sorgt mit seinen heftigen Anwürfen in Richtung CDU-Spitze für empörte Reaktionen in der Union: Friedrich Merz

          Merz’ Attacke auf CDU-Spitze : Kaum Verständnis und viel Empörung

          Die scharfen Kritik von Friedrich Merz an der CDU-Spitze stößt in der Union auf Unverständnis, teils sogar auf Empörung. Und mancher glaubt, das Bewerberfeld für den Parteivorsitz sei nun kleiner geworden.
          Made in America: Volkswagen-Mitarbeiter in Tennessee feiern im vergangenen Jahr die Neuauflage des sportlichen Geländewagens Atlas.

          Autoindustrie in Amerika : Im Land der begrenzten Möglichkeiten

          Der amerikanische Präsident hat der deutschen Autoindustrie mit Strafzöllen gedroht. Die blieben zwar aus. Aber das Vertrauen ist weg. BMW, Daimler & Co. fragen sich, was nach Donald Trump kommt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.