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Coronavirus in Deutschland : RKI meldet erstmals mehr als 200.000 Neuinfektionen

  • Aktualisiert am

Coronavirus-Test in Niedersachsen Bild: dpa

Die Gesundheitsämter haben 52 Prozent mehr Ansteckungen registriert als vor einer Woche. Die Sieben-Tage-Inzidenz übersteigt zum ersten Mal seit Beginn der Pandemie die Tausender-Marke.

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          Die vom Robert-Koch-Institut (RKI) gemeldete bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz hat exakt zwei Jahre nach dem ersten bestätigten Corona-Fall in Deutschland erstmals die Schwelle von 1000 überschritten. Das RKI gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Donnerstagmorgen mit 1017,4 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 940,6 gelegen. Vor einer Woche lag die bundesweite Inzidenz bei 638,8 (Vormonat: 222,7). Auch die Zahl der Corona-Neuinfektionen erreichte abermals einen Rekordwert und überschritt zugleich die Schwelle von 200.000: Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 203.136 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.59 Uhr wiedergeben.

          Am 19. Januar hatte die Zahl erstmals über 100.000 gelegen. Vor einer Woche waren es 133.536 erfasste Neuinfektionen. Experten gehen von einer hohen und weiter steigenden Zahl von Fällen aus, die in den RKI-Daten nicht erfasst sind, unter anderem, weil Testkapazitäten und Gesundheitsämter vielerorts am Limit sind.

          Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 188 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 234 Todesfälle. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 9.238.931 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

          Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Mittwoch mit 4,26 (Dienstag 4,07; Montag 3,87) an.

          Die Zahl der Genesenen gab das RKI am Donnerstagmorgen mit 7.443.300 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 117.314.

          Genesenenstatus bleibt Streitthema

          Im Streit um die Verkürzung des Genesenenstatus nach Corona-Infektionen in Deutschland hat Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach die Drei-Monats-Frist verteidigt und will sich um Umsetzung auch auf europäischer Ebene bemühen. „Wir werden in Kürze erneut versuchen, die drei Monate auch auf europäischer Ebene umzusetzen“, sagte der SPD-Politiker am Mittwochabend im ZDF-„heute journal“. „Nach drei Monaten kann sich derjenige, der schon mit der Delta-Variante infiziert war, erneut mit der Omikron-Variante infizieren. Somit sind die drei Monate wissenschaftlich richtig“, betonte Lauterbach.

          Die EU-Staaten hatten sich am Dienstag darauf verständigt, dass sich Reisende innerhalb der Union ohne weitere Auflagen frei bewegen können sollen, wenn sie einen gültigen Impf-, Test- oder Genesenennachweis vorlegen. Beim Genesenennachweis wird hier eine Gültigkeit von 180 Tagen genannt, also sechs Monate. In Deutschland war der Status Mitte des Monats überraschend auf eine Zeitspanne von 28 bis 90 Tagen nach einem positiven PCR-Test verkürzt worden.

          Die Frage einer möglichen generellen Impfpflicht sei allerdings eine ethische und keine wissenschaftliche, betonte Lauterbach nach der Debatte im Bundestag über das Thema. Im Parlament sprach sich der SPD-Politiker für eine allgemeine Impfpflicht aus, allerdings nicht als Minister, sondern als Bundestagsabgeordneter.

          Ein Impfregister hält Lauterbach für nicht nötig und auch hinderlich, da eine Einführung zu lange dauern würde. Die Kontrolle eines Impfnachweises könnte Lauterbach zufolge am Arbeitsplatz oder bei der Nutzung bestimmter Verkehrsmittel erbracht werden oder auch bei Arztbesuchen. Es könnte auch einfach sporadische Kontrollen geben wie in Österreich.

          Moderna startet Erprobung von Omikron-Impfstoff

          Der US-Pharmakonzern Moderna hat derweil mit der klinischen Erprobung eines speziellen Impfstoffs gegen die hochansteckende Omikron-Variante des Coronavirus begonnen. Das Unternehmen teilte am Mittwoch mit, dass insgesamt 600 Erwachsene an den Versuchen teilnehmen sollen. Die Hälfte der Versuchspersonen hatte vor mindestens sechs Monaten bereits eine zweite Impfdosis des Moderna-Impfstoffs erhalten, die andere Hälfte bereits vor mindestens drei Monaten eine Auffrischungsdosis. Dadurch soll die Wirksamkeit des angepassten Impfstoffs sowohl als dritte als auch als vierte Dosis getestet werden.

          Das Unternehmen berichtete am Mittwoch auch über Ergebnisse zur Wirksamkeit des bereits zugelassenen, nicht speziell an Omikron angepassten Booster-Impfstoffs gegen die neue Variante. Demnach sank die Zahl der Antikörper sechs Monate nach der Auffrischungsimpfung auf ein Sechstel des Höchstwerts. Die Daten bezogen sich auf Untersuchungen an 20 Versuchspersonen, die eine halbe Dosis der ersten beiden Impfungen zur Auffrischung erhalten hatten. Es sei „beruhigend“, dass die Antikörper auch sechs Monate nach der Auffrischung noch nachweisbar waren, erklärte Moderna-Geschäftsführer Stephane Bancel. 

          Modernas Ankündigung kam einen Tag, nachdem die Konkurrenten Pfizer und Biontech mitgeteilt hatten, dass sie mit der Rekrutierung von Versuchspersonen für eine klinische Studie für einen Omikron-spezifischen Impfstoff begonnen haben. Beide Impfstoffe setzen auf sogenannte mRNA-Technologie. Diese hat den Vorteil, dass sie vergleichsweise schnell an neue Virusvarianten angepasst werden kann.

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